Ein Mitglied des medizinischen Personals geht auf dem Korridor der Intensivstation eines Krankenhauses entlang. (Foto: dpa/Claudio Furlan)

Saargemünder Krankenhaus im Stresstest

Lisa Huth   26.03.2020 | 08:23 Uhr

Das Krankenhaus Robert Pax in Saargemünd kommt an seine Grenzen. Unter anderem werden Beatmungsgeräte gebraucht. Eine große Zahl an Medizinern und Pflegekräften ist selbst erkrankt.

Das Robert Pax ist mit rund 250 Betten ein kleines Krankenhaus in der lothringischen Provinz. Der Ernstfall hat nun voll zugeschlagen: Von den 1200 Beschäftigten in Saargemünd sind 58 selbst am Coronavirus erkrankt, darunter neun Ärzte.

Operationen verlegt

Ein Sprecher sagte dem SR, es gebe viele Gerüchte. Unter den neun Ärzten befinde sich nicht der Direktor des Klinikums. Nicht alle Erkrankungen verliefen gravierend, die meisten seien derzeit in Quarantäne zu Hause.

Parallel dazu musste die Zahl der Intensivbetten in Saargemünd von acht auf 21 mehr als verdoppelt werden, 14 davon sind für Corona-Patienten reserviert. Damit kommt das Krankenhaus an seine Platz-, aber auch an Personal- und medizinische Grenzen. Es fehle an spezialisierten Ärzten und Krankenpflegern.

Da nun für das Personal der Notfallplan gilt, sind Urlaub- und Freizeitausgleich gestrichen. Alle nicht dringlichen Operationen seien verlegt worden, so der Sprecher. Im Département wird über eine Neuorganisation der Aufteilung diskutiert, aus Sankt Avold soll Verstärkung geschickt werden. Dennoch arbeitet das Krankenhaus täglich hart am Limit.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 26.03.2020.

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