Blutentnahmeröhrchen mit Aufschrift Covid-19, Symbolfoto Coronavirus (Foto: picture alliance/Bildagentur-online/Ohde)

Luxemburg plant repräsentative Coronatests

mit Informationen von Michael Schneider   08.04.2020 | 15:21 Uhr

Als erstes EU-Land will Luxemburg einen repräsentativen Anteil der Bevölkerung auf Corona-Antikörper testen. Die Daten sollen Aufschluss über die tatsächliche Verbreitung des Virus geben und auch in eine mögliche Exitstrategie einfließen. Die Linkspartei fordert auch für das Saarland solche Tests.

1500 ausgewählte Luxemburger sollen in den nächsten Tagen zum Immuntest antreten. Sie seien repräsentativ ausgewählt worden, erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert. Auf Grundlage der Ergebnisse lasse sich hochrechnen, wie verbreitet das Virus im Großherzogtum bereits ist und wie hoch der Anteil der Luxemburger ist, die inzwischen immun sind.

Die Ergebnisse sollen auch in eine mögliche Exitstrategie einfließen. Sobald man wisse, wie es um die Immunisierung der Bevölkerung stehe, könne man die schrittweise Aufhebung des Lockdowns planen, sagte Premierminister Xavier Bettel. Wichtig sei dabei aber, dass die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht überschritten würden.

Bereits 25.000 Abstrichtests

Luxemburg ist EU-weit das erste Land, das flächendeckende Immuntests durchführen lässt. Parallel dazu gibt es weiterhin Drive-In-Testzentren und Abstrichuntersuchungen in Krankenhäusern. Landesweit wurden bereits über 25.000 Menschen getestet - eine der höchsten Raten weltweit.

Linke: Saarland soll auch testen

Die Linksfraktion im saarländischen Landtag erneuerte ihre Forderung, dass die saarländische Landesregierung ebenfalls solche repräsentativen Antikörper-Tests durchführen soll. Die bisher im Saarland verfügbaren Daten - etwa die Zahl der positiven Tests - ließen keine Rückschlüsse über die tatsächliche Ausbreitung des Virus zu. Derzeit wird im Saarland geprüft, ob und wie solche Tests durchgeführt werden können.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 08.04.2020.

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