Ein Schild in einer französischen Fußgängerzone weist darauf hin, dass das Tragen einer Maske verpflichtend ist. (Foto: picture alliance/Denis Charlet/AFP/dpa)

Frankreich verkürzt Quarantänefristen

  18.01.2022 | 09:44 Uhr

Wegen stark steigender Corona-Zahlen hat Frankreich seit dem 3. Januar seine Coronamaßnahmen verschärft. Unter anderem wird die Maskenpflicht ausgeweitet. Gleichzeitig werden aber die Quarantänefristen verkürzt, um eine Lahmlegung des öffentlichen Lebens zu verhindern.

Frankreich verschärft angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante zur Eindämmung der Coronapandemie die Corona-Maßnahmen. Seit dem 3. Januar gilt die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln bereits für Kinder ab sechs Jahren. Bislang war dies erst ab elf Jahren der Fall.

Außerdem wird in den Zügen zunächst für drei Wochen das Essen und Trinken verboten. In vielen Städten gilt zudem schon seit einigen Tagen auch draußen wieder eine Maskenpflicht. Zuständig für die konkrete Regelung sind die Kommunen.

Quarantänefristen verkürzt

Außerdem werden die Quarantäne-Fristen verkürzt: Vollständig Geimpfte müssen im Fall einer Infektion von Montag an nur noch sieben Tage in Quarantäne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran in der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" an.

Die Quarantäne kann mit einem negativen Schnelltest oder PCR-Test auf fünf Tage verkürzt werden. Für nicht oder nicht vollständig Geimpfte bleibt es bei einer Quarantäne von zehn Tagen, die mit einem negativen Test auf sieben Tage verkürzt werden kann. Kontaktpersonen, die nicht oder nicht vollständig geimpft sind, müssen weiterhin sieben Tage in Quarantäne.

Vollständig geimpfte müssen nicht in Quarantäne

Vollständig geimpfte Kontaktpersonen müssen hingegen in Frankreich seit dem 3. Januar nicht mehr in Quarantäne, vorausgesetzt sie testen sich binnen sechs Tagen jeweils jeden zweiten Tag. Die entsprechenden Tests gibt es gratis in der Apotheke.

Die Lockerung der Quarantäne-Regeln solle eine Destabilisierung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens verhindern, betonte Véran. Denn wenn sich ganz Frankreich in Quarantäne befände, käme das Land zum Stillstand.

Einschränkungen für Gastro und Veranstaltungen

Zudem hatte die Regierung bereits Anfang letzter Woche neue Einschränkungen für die Gastronomie verkündet: In Bars und Cafés dürfen Gäste vom 3. Januar an nur noch an Tischen bedient werden.

Außerdem sollen Unternehmen angewiesen werden, ihre Angestellten mindestens drei Tage pro Woche ins Homeoffice zu schicken.

Bei Sportveranstaltungen und Konzerten werden wieder Obergrenzen eingeführt: Draußen sind 5000 Zuschauer zugelassen, in Innenräumen liegt die Grenze bei 2000.

Hohe Zahl an Neuinfektionen

Alleine am Samstag gab es mehr als 219 000 registrierte Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 1456. Um in Frankreich als vollständig geimpft zu gelten, müssen Menschen spätestens sieben Monate nach ihrer Immunisierung die Auffrischimpfung erhalten haben. Diese Frist soll ab Mitte Februar verkürzt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.01.2022 berichtet.

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