Nach dem Anschlag in Paris: Gedenken an die Opfer des Anschlages mit Kerzen und Blumen (Foto: dpa)

Prozessauftakt nach Attentat auf "Charlie Hebdo"

  02.09.2020 | 10:07 Uhr

Mehr als fünf Jahre nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" beginnt heute der Prozess gegen mutmaßliche Komplizen der Attentäter. Angeklagt vor einem Pariser Gericht sind 14 Verdächtige, darunter drei in Abwesenheit. Sie sollen die Attentäter unterstützt haben.

Bei dem Attentat in der Redaktion im Januar 2015 hatten zwei Brüder zunächst zwölf Menschen getötet. Ein weiterer Islamist tötete danach eine Polizistin und vier Kunden eines jüdischen Supermarktes. Die Täter wurden von der Polizei erschossen.

Komplize vor Gericht

Prozessauftakt nach Attentat auf "Charlie Hebdo"
Audio [SR 3, Sabine Wachs, 02.09.2020, Länge: 01:04 Min.]
Prozessauftakt nach Attentat auf "Charlie Hebdo"

Im Fokus des Prozesses, der heute beginnt, steht ein Mann, der zu allen drei Attentätern engen Kontakt gehabt haben soll. Laut Anklage hat er auf allen Ebenen eine zentrale Rolle bei den Anschlägen gespielt, sowohl bei dem auf die Redaktion als auch bei der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Die meisten anderen Angeklagten stehen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor Gericht. Sie müssen mit einer Haftstrafe von bis zu 20 Jahren rechnen. Von den 14 mutmaßlichen Hintermännern und Komplizen werden nur elf vor Gericht erscheinen. Drei der Angeklagten kamen nach Einschätzung von Geheimdiensten in Syrien oder im Irak ums Leben.

"Je suis Charlie" ging um die Welt

Nach dem Massaker ging eine Welle der Solidarität in Form des Slogans "Je suis Charlie" um die Welt. Zeitweise gab es sogar eine deutsche Ausgabe, die aber 2017 wieder mangels Leser eingestellt wurde.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 02.09.2020 berichtet.

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