Flagge Frankreich (Foto: pixabay / jackmac34)

Links-Bündnis in Moselle schwächer als erwartet

mit Informationen von Lisa Huth   13.06.2022 | 10:18 Uhr

Nach der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich liegt die Partei von Präsident Macron hauchdünn vor dem neugegründeten links-grünen Bündnis "Nupes". Im Departement Moselle schnitt das Linksbündnis - anders als frankreichweit - allerdings schwächer ab als erwartet.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Parlamentswahl ist knapp: Das Mitte-Bündnis von Präsident Macron liegt mit 25,75 Prozent der Stimmen nur einen Wimpernschlag vor dem neu gegründeten Linksbündnis "Nupes". Die genaue Zusammensetzung des Parlaments wird am kommenden Sonntag in einer Stichwahl entschieden.

Video [aktueller bericht, 13.06.2022, Länge: 2:07 Min.]
Erster Wahlgang der Parlamentswahl in Frankreich

Starke Rechte

In jedem Wahlkreis finden Direktwahlen der jeweiligen Kandidaten und Kandidatinnen statt. Während in Lothringen und im Elsass die Rechtsaußen-Partei „Rassemblement National“ traditionell stark ist, war dieses Mal aber auch dort ein starkes Ergebnis des neuen Linksbündnisses erwartet worden.

Doch der Linksruck blieb aus. Zuvor hatte die Führerin des Rassemblement National, Marine Le Pen, in Lothringen groß aufgefahren - und geht zumindest im ersten Wahlgang erfolgreich aus dem Rennen. Dass in Forbach der nationale Schatzmeister Kevin Pfeffer als Sieger in die Stichwahl geht, mag wohl daran liegen, dass er aus Stiring-Wendel an der Grenze stammt.

Loubet in Sankt Avold vorne

Auch in St. Avold liegt ein Kandidat der Rechten in Führung. Parachutiste - mit dem Fallschirm abgesetzt - nennt man das, was Le Pen dort mit Alexandre Loubet gemacht hat. Der Chefkommunikator des Rassemblement National wurde in der ländlichen Region eingesetzt und geht mit den meisten Stimmen aus dem ersten Wahlgang in die Stichwahl. In Metz und Hayange sind es zwei regionale Schwergewichte: Françoise Grolet und Laurent Jacobelli.

In Forbach sagte Kevin Pfeffer dem SR, er wolle die Wähler unter anderem mit der Kaufkraft überzeugen, im zweiten Wahlgang für ihn zu stimmen. Sein Konkurrent von der Präsidentenpartei, Christophe Arend, nahm gegenüber dem SR auch die Deutschen in die Pflicht: Wenn entlang der Grenze so viele weit rechts wählten, hinge das auch mit dem Kurzarbeitergeld zusammen, für das die lothringischen Arbeiter doppelt besteuert würden. Arend rief alle demokratischen Kräfte auf, sich hinter der Präsidentenpartei zu versammeln.

Comeback der "Bürgerlich-Konservativen"

Ein kleines Comeback feierten die Bürgerlich-Konservativen, „Les Républicains“. Sie waren bei der Parlamentswahl 2017 wie die anderen Parteien in der Bedeutungslosigkeit versunken. Nun liegen sie in einer Reihe von Wahlkreisen in Grand Est vorn.

In ganz Grand Est gelang es nur wenigen Kandidatinnen und Kandidaten des Linksaußen-Bündnisses von Jean-Luc Mélenchon und der Präsidentenpartei von Emmanuel Macron sich durchzusetzen. Sie liegen frankreichweit Kopf-an-Kopf vor allen anderen Parteien.

Frankreichweit gehen laut Prognosen aber nicht die Rechtsaußen, sondern die Kandidatinnen und Kandidaten der Präsidentenpartei Ensemble als Favoriten in die Stichwahl. Das dürfte in Grand Est ähnlich sein, zumal sie in den meisten Wahlkreisen zumindest an zweiter Stelle lagen.

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