Polizeikelle mit dem Grenzchild der Bundesrepublik Deutschland am Genzübergang (Foto: dpa/Uli Deck)

Luxemburg mit Voraussetzung für Grenzöffnung

Marc-André Kruppa/ Niklas Resch   08.05.2020 | 18:20 Uhr

Die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Luxemburg könnten angesichts der aktuellen Corona-Fallzahlen dort bald beendet werden. Die Bundesländer schlagen eine Grenzöffnung vor, wenn der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche unterschritten wird. In Luxemburg ist das schon seit Wochen der Fall. In Frankreich ist der Vergleich schwierig.

Die Forderung gibt es schon seit Längerem aus fast allen gesellschaftlichen Bereichen: Die Grenzen zu den Nachbarländern müssen wieder öffnen. Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans sprach sich am Freitag dafür aus, die strengen Grenzkontrollen am Montag zu beenden.

Die Bundesländer hatten zuvor eine einheitliche Regelung vorgeschlagen, analog zu der Vorgabe für deutsche Landkreise. Werden in Grenzregionen innerhalb einer Woche weniger als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, dann sollen die Grenzkontrollen beendet werden.

Eine Auswertung von Daten der luxemburgischen Regierung durch den SR zeigt nun, dass dieser Wert im Großherzogtum schon seit Wochen unterschritten wird (siehe Grafik).

In französischer Nachbarregion keine vergleichbaren Daten

In Luxemburg lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Woche vom 15. zum 22. April noch bei 35,6. Mittlerweile ist dieser Wert auf 11,0 gesunken (Stand: 6.5.2020). Nach Angaben des luxemburgischen Gesundheitsministeriums liegt die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Großherzogtum mittlerweile bei 3859. Insgesamt seien 51.883 Menschen auf das Virus getestet worden. 

Wöchentliche Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner Moselle / Luxemburg

In der französischen Grenzregion Grand-Est dagegen ist ein direkter Vergleich der Zahlen derzeit nicht möglich. Dort werden bisher nur Patienten erfasst, die wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden und demzufolge schwere Symptome haben.

Im Nachbar-Département Moselle beispielsweise lag die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche daher zuletzt zwar deutlich niedriger (Stand 6.5.: 8,2, siehe Grafik). Da die Dunkelziffer wegen der geringen Zahl an Tests aber deutlich höher liegen dürfte, ist der Vergleich mit den Zahlen aus Deutschland und Luxemburg nicht wirklich aussagekräftig.

Ab Montag mehr Corona-Testungen in Grand-Est

In Frankreich waren auch fehlende Kapazitäten im Gesundheitssystem eine Ursache für die relativ wenigen Corona-Tests. Das soll sich jetzt ändern. Die Regionale Gesundheitsbehörde von Grand-Est kündigte auf SR-Anfrage Massentests ab kommendem Montag an. Dann sollten auch verstärkt Menschen mit leichten Symptomen getestet werden.

Man gehe davon aus, dass die Corona-Fallzahlen daher erst einmal in die Höhe schnellen würden. Wirklich aussagekräftige und mit Deutschland vergleichbare Zahlen liegen daher vermutlich erst in zwei Wochen vor. Dann dürften die Rückstände bei den Testungen aufgeholt sein.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 08.05.2020 berichtet.

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