Polizeifahrzeuge in der Regensburger Innenstadt nach der Flucht eines verurteilten Mörders (Foto: picture alliance/dpa | Armin Weigel)

Geflüchteter Mörder nahe saarländischer Grenze festgenommen

  10.01.2023 | 20:46 Uhr

In Farébersviller, rund 30 Kilometer südlich von Saarbrücken, hat die Polizei am Montag einen flüchtigen Mörder festgenommen. Der 40-Jährige hatte sich vergangene Woche durch einen Sprung aus dem Fenster eines Regensburger Gerichtes abgesetzt.

Nach gut 100 Stunden auf der Flucht ist ein aus dem Amtsgericht Regensburg geflohener Mörder in Frankreich gefasst worden. Der 40-Jährige, der wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt ist, war in einer Besprechungspause bei Gericht über ein ungesichertes Fenster entkommen.

Fahndung mit Fokus auf Frankreich

Weil der 40-Jährige Verwandte in Frankreich hat, hatte sich der Blick der Ermittler auf das Grenzgebiet gerichtet, wie Regensburgs Polizeivizepräsident Thomas Schöniger am Dienstag bei einer Pressekonferenz berichtete.

Am fünften Tag seiner Flucht hatten Spezialkräften der französischen Polizei ihn dann bei Straßburg im Auto seiner Schwester erkannt. Etwa 110 Kilometer weiter nördlich nahmen ihn die Beamten fest.

Hinweise auf mögliche Fluchthelfer

Laut Polizei-Vizepräsident Schöniger gibt es Indizien, dass der Mann die Flucht geplant und einen oder mehrere Helfer gehabt haben könnte. Unklar sei, weshalb der Mann aus dem Gerichtsgebäude entkommen konnte, sagte Schöniger. Er war dort zu einer Verhandlung wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte während seiner Zeit in der JVA Straubing gebracht worden.

Während einer Verhandlungspause war er mit seinem Anwalt in ein Besprechungszimmer gebracht worden - und war dort über ein ungesichertes Fenster geflüchtet.

Lebenslange Haftstrafe wegen Mordes

Der 40-Jährige hatte 2011 mit einem Komplizen einen Lottoladen in Nürnberg überfallen und die 76 Jahre alte Besitzerin umgebracht. 2013 wurde er zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt und saß in Straubing im Gefängnis.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 10.01.2023.


Weitere Themen im Saarland

Festbeträge werden ausgesetzt
Mögliche Lösung für Lieferengpässe bei Kindermedikamenten
Ab 1. Februar sollen die Festbeträge für 180 Medikamente ausgesetzt werden. Das Ziel: Vor allem Kinderarzneimittel sollen damit wieder deutlich besser verfügbar sein. Der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte im Saarland befürwortet die Pläne - mit einer Einschränkung.


Bundesweit im Nahverkehr gültig
Saarland führt "Junge-Leute-Ticket" für 365 Euro ein
Die saarländische Landesregierung plant die Einführung eines 365-Euro-Tickets für junge Menschen im Saarland. Schülerinnen und Schüler, Azubis und Freiwilligendienstleistende sollen damit alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs nutzen können - und zwar bundesweit. Das genaue Startdatum steht noch nicht fest.


Erstmals seit 2019
SaarVV erhöht Preise für Einzeltickets
Der Saarländische Verkehrsverbund passt zum 1. Februar einige seiner Tarife an. Für Einzelfahrscheine, Wochen- und Monatskarten, Preisstufen-Abos und beim 9-Uhr-Abo müssen Kunden im Schnitt fast 5 Prozent mehr zahlen. Die Preise bei anderen Abos bleiben hingegen stabil.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja