Rauchende Türme eines Kraftwerks (Foto: Pixabay/ulleo)

Temperaturschichtung Mögliche Ursache für Risse in AKWs?

Lisa Huth   27.05.2022 | 19:33 Uhr

Seit Wochen sorgen sich Politiker und Bürger in Deutschland und Luxemburg um mögliche Korrosionsrisse in französischen Atomkraftwerken. Bislang wurden diese Risse in drei Reaktoren festgestellt. Nun hat Greenpeace Luxemburg eine mögliche Ursache in Erfahrung gebracht.

Block 3 und Block 4 des Atomkraftwerks in Cattenom werden momentan auf mögliche Risse im Rohrsystem untersucht. Sie sind daher bis Oktober abgestellt. Politik und Bürger sind besorgt – Saar-Umweltminister Reinhold Jost hatte Aufklärung gefordert.

Bei drei Meilern im französischen Nuklearpark sind aber definitiv Risse festgestellt worden. Die Ursache ist noch nicht geklärt, Greenpeace Luxemburg hat nun aber eine mögliche Erklärung.

Unterschiedliche Temperaturen möglicher Grund

Das Stichwort ist „Temperaturschichtung“ – das bedeutet, einfach ausgedrückt: In einem Teil des Rohrs ist das Wasser heiß, im anderen Teil kalt. Dieses Rohrsystem befindet sich im Primärkreislauf unterhalb eines Reaktors. Metall dehnt sich bei Hitze aus und zieht sich bei Kälte zusammen.

Darum kann es dort, wo die unterschiedlichen Temperaturen aufeinander treffen, zu Spannungen kommen. So können Risse entstehen.

EDF will alle Meiler überprüfen

Der Betreiber, die Électricité de France (EDF), will in Frankreich, inklusive Cattenom, nach und nach alle 56 Meiler auf solche Korrosionsrisse untersuchen lassen. Neben Block 3 und vier soll in Cattenom im kommenden Jahr auch Block 1 in auf Korrosion überprüft werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 27.05.2022 berichtet.

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