Ein Bergmann schaut über eine Kohlelore am Tag der Schließung des lothrigischen Bergwerks (Archivfoto) (Foto: Imago/BeckerBredel)

Bergleute fordern Anerkennung von Berufskrankheiten

Lisa Huth / Onlinefassung: Axel Wagner   09.03.2022 | 15:31 Uhr

Der Streit um die Anerkennung von Berufskrankheiten bei französischen Bergleuten aus dem Kohlebecken Freyming-Merlebach geht weiter. Sie waren unter Tage krebserregenden Stoffen ausgesetzt. Jetzt haben sie sich direkt an den Finanzminister gewandt.

Die lothringischen Bergleute kämpfen weiter: In einem Brief, der dem SR vorliegt, fordern sie, dass ihre Folgeerkrankungen als Berufskrankheit anerkannt werden. Sie seien unter Tage in großem Umfang krebserregenden Stoffen ausgesetzt gewesen. Das sei in Tausenden Rechtsstreitigkeiten bereits nachgewiesen worden.

Teure Prozesse

Der Staat hingegen sehe sich nur für „unentschuldbare Fehler“ des früheren Unternehmens Charbonnages de France verantwortlich, heißt es in dem Brief weiter, der an Finanzminister Bruno Le Maire als zuständigem Ansprechpartner ging. Außerdem stellen die Bergleute die Frage, wieso er kostenträchtige Prozesse für den Staat in Kauf nehme.

727 Bergleute aus dem Kohlebecken um Freyming-Merlebach hatten 2021 nach einem achtjährigen Kampf erreicht, dass jeder in Frankreich eine Entschädigung fordern darf, der toxischen Stoffen ausgesetzt war. Würden die Erkrankungen der Bergleute als Berufskrankheit anerkannt, müsste nicht jeder Einzelne mehr Klage einreichen.

Charbonnages de France war ein französischer Staatskonzern, der zwischen 1946 und 2004 Steinkohle förderte, unter anderem auch in Lothringen. 2007, drei Jahre nach Schließung der letzten Zeche, wurde der Konzern aufgelöst.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 09.03.2022 berichtet.

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