Französische Modeboutique (Foto: SR)

Französischer Einzelhandel ohne Corona-Auflagen

Bettina Rau / Onlinefassung: Axel Wagner   08.12.2021 | 20:09 Uhr

Auch in Frankreich steigen die Corona-Inzidenzen derzeit ziemlich schnell. Trotzdem sind die Regelungen im Einzelhandel und in der Gastronomie lockerer als im Saarland.

Die 7-Tage-Inzidenz im Département Moselle lag am Mittwoch bei 368,8. Die Krankenhäuser haben ihre Notfallpläne aktiviert. Die Regierung in Paris setzt auf besseren Zugang zu Impfungen, es herrscht Maskenpflicht in Schulen, Discos sind geschlossen.

Video [aktueller bericht, 08.12.2021, Länge: 3:02 Min.]
Kein 2G in Frankreichs Handel und Restaurants

Händler froh über Regelungen

In den Restaurants gilt allerdings nur die 3G-Regelung – nachgewiesen mit dem „pass sanitaire“. Der Gesundheitspass entspricht dem deutschen Impf- bzw. Der Gesundheitspass entspricht dem deutschen Impf- bzw. Genesenenzertifikat oder enthält einen Testnachweis. Im Einzelhandel gibt es in Frankreich derzeit gar keine Auflagen, auch außerhalb des Lebensmittelbereichs.

Die Händler in Forbach freut es: Dem Weihnachtsgeschäft steht nichts im Wege. Einkaufen kann jeder in den Geschäften. Die Regierung hat an diesem Prinzip diese Woche angesichts sonst schärferer Maßnahmen nicht gerüttelt.

„Die Nichtgeimpften können kommen, ihnen gegenüber gibt es keine Beschränkungen“, erklärte Einzelhändler Adrien Marion gegenüber dem SR. „Wenn die Abstandsregeln eingehalten werden, müssen wir hier in dieser Boutique, und das gilt auch für andere Geschäfte, nicht den Gesundheitspass verlangen – anders als in Restaurants. Da ist der Pass verpflichtend, klar.“

Zulauf aus dem Saarland

Französische Restaurants und Cafés werden derzeit von mehr deutschen Gästen als sonst besucht. Zum Café Côté Canal in Großbliederstroff kommen schon traditionell viele Saarländer, doch jetzt kommt man mit Reservierungen kaum noch nach. Anders als im Saarland gilt hier 3G, das heißt: Der „pass sanitaire“ reicht aus.

Aber man habe außerhalb von Sitzplätzen die Maskenpflicht nie abgeschafft, erklärt Inhaber Lucas Muller. „Wir merken auch, dass wir deutsche Gäste bekommen, weil das leichter ist. Aber wir passen auch auf, dass alle Masken tragen und Abstand halten.“

Personal geimpft

Im Restaurant Le Rencard in Forbach sind sie mittags gut ausgebucht. Abends allerdings bleiben die Kunden derzeit krisenbedingt aus. Nur freitags zum Thementag lohne sich das Geschäft – und das, obwohl man hier auf eine feste Kundschaft bauen kann.

Zehn Euro kostet das Menü, Bedürftige brauchen nur fünf zu bezahlen. Wer dagegen Geld hat, kann mehr als zehn Euro geben. Für die Belegschaft sei es Pflicht, geimpft zu sein, heißt es hier. Der „pass sanitaire“ werde kontrolliert.

„Unsere Bedienung, unsere Köche haben den Gesundheitspass“, erklärte Geschäftsführer Angelo Ancel. „Aber es gibt selten Kunden, die ihn nicht besitzen. Wir haben eher Gäste, die ihn vergessen haben und die ihn dann holen. Die, die ihn nicht haben, sind selten.“

Das Café Côté Canal in Großbliederstroff veranstaltet jeweils an den Adventswochenenden einen Weihnachtsmarkt. Dort gilt der „pass sanitaire“, also 3G. Der Nachweis wird am Eingang zum Gelände kontrolliert.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 08.12.2021 berichtet.

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