Französische Nationalfahne (Foto: dpa)

Nancy kritisiert vorgezogenes Ausgehverbot

Lisa Huth / Onlinefassung: Daniel Dresen   02.01.2021 | 21:19 Uhr

Der Bürgermeister von Nancy, Mathieu Klein, hat das vorgezogene nächtliche Ausgehverbot als unzureichend kritisiert. Seit Samstagabend an gilt in 15 Départements im Osten Frankreichs ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens.

Klein sagte dem Sender Franceinfo, die Krankenhäuser seien am Rande der Belastungsgrenze. Schon seit Anfang Dezember gebe es im Stadtverband von Nancy rapide steigende Infektionszahlen. Er hoffe, dass die Maßnahmen der französischen Regierung wirkten, sehe sich aber mit dem Präsidenten von Grand Est, Jean Rottner, und dem Bürgermeister von Reims, Arnaud Robinet, in einer Reihe, dass schärfere Restriktionen notwendig seien.

Ganz Lothringen betroffen

Seit Samstagabend gilt in 15 Départements im Osten von Frankreich ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 18.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens. Dazu gehören alle vier Départements in Lothringen.

Wer zwingend notwendig raus muss, etwa zur Arbeit oder zur Pflege von Angehörigen, kann sich eine entsprechende Bescheinigung ausdrucken. Wer keine Bescheinigung vorlegen kann, muss beim ersten Mal mit einer Strafe von 135 Euro rechnen. Im Wiederholungsfall sind bis zu 3750 Euro oder eine Haftstrafe von sechs Monaten möglich.

Theater und Kinos bleiben zu

Regierungssprecher Gabriel Attal hatte die Verschärfung am Freitag damit begründet, dass sich das Coronavirus immer weiter ausbreite. Zugleich schloss er eine ursprünglich geplante mögliche Wiedereröffnung von Theatern, Kinos und Konzertsälen am 7. Januar aus.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus betrug laut den französischen Behörden vom Freitagabend zuletzt täglich rund 20.000. Demnach sind am Freitag 133 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie in Frankreich knapp 64.800 Menschen an oder mit dem Virus gestorben; mehr als 2,6 Millionen Menschen haben sich infiziert.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 02.01.2021 berichtet.

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