im Smart-Werk in Hambach (Foto: dpa)

Kaufinteressent für Hambacher Smart-Werk

  07.07.2020 | 17:43 Uhr

Der Daimler-Konzern hat offenbar einen Interessenten für sein Smart-Werk in Hambach. Der britische Petrochemiekonzern Ineos teilte mit, er prüfe einen Kauf der Fabrik in Lothringen.

Ineos will einen Geländewagen auf den Markt bringen. Eigentlich wollte der Konzern den Wagen in Wales bauen und dort bis zu 500 Arbeitsplätze schaffen. Nun wolle man sich in den nächsten Wochen eingehend mit der Möglichkeit befassen, das Werk in Hambach zu übernehmen.

"Als Ergebnis der Covid-19-Pandemie haben sich neue Optionen wie diese ergeben, die uns vorher einfach nicht zur Verfügung standen", sagte Ineos-Automotive-Chef Dirk Heilmann. Die wegen der Pandemie unterbrochenen Arbeiten in Wales will das Unternehmen zunächst nicht wieder aufnehmen.

Initiative gegen Schließung

Mehrere Politiker des Départements Moselle wollen den Verkauf des Smart-Werkes in Hambach verhindern. Wie die Zeitung "Républicain Lorrain" berichtet, haben unter anderem die Abgeordneten Christophe Arend, Nicole Trisse und Hélène Zannier einen Brief an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron geschrieben.

Auch Lokalpolitiker aus Hambach und Saargemünd schlossen sich der Initiative an. Die Unterzeichner sprechen dem Bericht zufolge wörtlich von katastrophalen Konsequenzen, die eine Schließung des Smart-Werkes für den Arbeitsmarkt in Moselle haben könnte.

1600 Beschäftige in Hambach

In Hambach bauen derzeit 1600 Beschäftigte den Smart. Mehr als zwei Millionen Zweisitzer liefen dort seit der Werkseröffnung 1997 vom Band. In Zukunft soll der Smart aber nur noch als Elektroauto und ausschließlich in China gebaut werden.

Daimler hat derzeit, wie alle Autohersteller, mit den drastischen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Der Absatz brach ein, wochenlang standen Teile der Produktion still, der Gewinn stürzte ab. Der Konzern muss außerdem wegen der Kosten für die Digitalisierung und den Wandel der Branche zur Elektromobilität kräftig sparen.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 07.07.2020.

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