Justitia-Figur (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

In Luxemburg gesuchter Verbrecher in Spanien freigelassen

mit Informationen von Patrick Wiermer   14.09.2021 | 13:00 Uhr

Einer der meistgesuchten Verbrecher Luxemburgs ist in Spanien auf freien Fuß gesetzt worden. Vor 20 Jahren wegen Totschlags verurteilt, tauchte er bei einem Hafturlaub ab und wurde erst voriges Jahr wieder festgenommen. Die spanischen Gerichte verweisen darauf, dass der Mann zum Tatzeitpunkt minderjährig war.

1999 hatte Jean-​​Marc Sirichai Kiesch im luxemburgischen Eppeldorf eine 69-Jährige überfallen und getötet. Erst einen Tag nach der Tat wurde er 18 Jahre alt. Trotzdem verurteilte ihn ein luxemburgisches Gericht im Jahr 2000 nach Erwachsenstrafrecht zu 20 Jahren Haft, davon fünf auf Bewährung.

Auslieferungsanträge gescheitert

Bei einem Hafturlaub flüchtete Kiesch nach Süd-Spanien. Eine Auslieferung nach Luxemburg scheiterte 2004. Auch das Ersuchen Luxemburgs, dass Kiesch den Rest seiner Haftstrafe in Spanien absitzt, wurde abgelehnt. Die spanischen Behörden verwiesen jeweils darauf, dass er bei der Tat noch minderjährig war. Das entschied zuletzt auch das Gericht in Madrid am vergangenen Freitag.

Rechtsmittel gegen die Entscheidung hat der Staat Luxemburg nicht. Der heute 40-jährige Kiesch ist damit ein freier Mann, solange er nicht nach Luxemburg einreist.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 14.09.2021.

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