Ein Mann sitzt zuhause an einem Esstisch. Er schreibt mit einem Stift auf ein Blatt Papier neben einem Laptop. Ein Mann sitzt zuhause an einem Esstisch. Er schreibt mit einem Stift auf ein Blatt Papier neben einem Laptop.  (Foto: picture alliance/dpa | Finn Winkler)

Homeoffice-Regel für Luxemburger Grenzpendler bis Ende Juni

  27.03.2022 | 09:28 Uhr

Noch bis Ende Juni können Arbeitnehmer aus dem Saarland, die in Luxemburg beschäftigt sind, ohne steuerliche Probleme aus dem Homeoffice arbeiten. Danach soll Schluss sein.

Wer in Luxemburg beschäftigt ist, aufgrund von Corona-Maßnahmen aber im Homeoffice arbeitet, kann dies bis zum 30. Juni weiterhin tun, ohne steuerliche Nachteile befürchten zu müssen. Darauf haben sich die zuständigen Behörden Deutschlands und Luxemburgs verständigt.

Danach zurück zur 19-Tage-Regel

Normalerweise können in Luxemburg beschäftigte Grenzpendler Telearbeit, wie das Arbeiten von zuhause aus im Amtsdeutsch genannt wird, höchstens an 19 Tagen im Jahr in Anspruch nehmen. Überschreiten sie diese Grenze, besteuert Deutschland die Tage im Homeoffice. Hintergrund ist das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Luxemburg, wonach deutsche Grenzpendler, die in Luxemburg arbeiten, ihren Arbeitslohn in Luxemburg versteuern.

Diese Regelung war für die Pandemie-Zeit aufgrund einer Sondervereinbarung außer Kraft gesetzt worden. Nun soll am 30. Juni Schluss sein, auch mit Blick auf die Sozialversicherung.

Dank an Bundesregierung

Luxemburgs Finanzministerin Yuriko Backes begrüßte die Verlängerung. „Das ist eine gute Nachricht für die rund 50.000 deutschen Pendler, die vor allem aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu uns kommen. Mein Dank gilt der deutschen Regierung, mit der wir in der Covid-Krise so gut zusammengearbeitet haben.“

Ob es angesichts der Erfahrungen mit dem Homeoffice zu einer dauerhaften Flexibilisierung der Besteuerungsregel kommt, ist bislang nicht entschieden. Das Luxemburger Finanzministerium teilte auf SR-Anfrage mit, man sei an einer großzügigeren Regelung interessiert und dazu mit den deutschen Behörden im Gespräch. Grenzgänger aus Belgien und Frankreich könnten bereits 34 Tage pro Jahr im Homeoffice arbeiten.

Keine dauerhafte Ausweitung in Sicht

Das auf deutscher Seite zuständige Bundesfinanzministerium antwortete auf SR-Anfrage ausweichend. Eine dauerhafte Abweichung von den mit Luxemburg vereinbarten Regelungen würde eine Revision des Abkommens voraussetzen. Das könne nur auf Parlamentsebene entschieden werden. Die vorübergehende Ausnahmeregelung war auf Verwaltungsebene vereinbart worden.

„Konkrete Pläne, die bestehenden Regelungen anzupassen, bestehen gegenwärtig noch nicht“, heißt es aus dem Ministerium. Lösungen müssten auf internationaler Ebene erarbeitet werden. Außerdem verweist das Ministerium darauf, dass den betroffenen Beschäftigten auch bei Überschreitung der 19-Tage-Grenze keine Doppelbesteuerung droht. „Vielmehr greift lediglich die nach dem entsprechenden Doppelbesteuerungsabkommen vorgesehene Aufteilung der Besteuerungsrechte. Die Betroffenen würden dann einen Teil ihres Einkommens in Deutschland besteuern und den Rest im anderen Staat.“

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