Die französische Flagge an einem Fahnenmast (Foto: pixabay)

Frankreich muss landesweit in den Lockdown

  01.04.2021 | 08:53 Uhr

Die in Frankreich bereits regional verhängten Lockdown-Maßnahmen werden für einen Monat auf das gesamte Land ausgeweitet. Das hat Präsident Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache verkündet. Die Schulen werden für mindestens drei Wochen geschlossen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "Wettlauf gegen die Zeit" im Kampf gegen die dritte Corona-Welle. Damit das Land nicht "die Kontrolle" verliere, kündigte er an, dass die bereits in 19 Verwaltungsbezirken geltenden Auflagen einen Monat lang auf das ganze Land ausgeweitet werden.

Von Samstag an sollen in ganz Frankreich vier Wochen lang nicht lebensnotwendige Läden geschlossen bleiben. Zudem würden Inlandsreisen einen Monat lang verboten, sagte Macron. Eine Ausgangssperre von 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr soll bestehen bleiben.

Erstmals wieder Schulschließungen

Frankreich vor dem erneuten Lockdown
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 01.04.2021, Länge: 03:10 Min.]
Frankreich vor dem erneuten Lockdown

Das erste Mal im laufenden Schuljahr werden in Frankreich auch die Schulen wegen Corona geschlossen. Eine Woche lang soll es landesweiten Distanzunterricht geben, gefolgt von zwei Wochen Frühlingsferien. Bisher hatte es nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr eine Schließung gegeben. Danach hielt Macron daran fest, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten.

Inzidenz bei 375

Die Corona-Situation in Frankreich hat sich noch einmal deutlich verschärft. Vor allem Krankenhäuser im Großraum Paris schlugen massiv Alarm, weil die Intensivstationen überfüllt sind. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag landesweit zuletzt bei gut 375.

Im ans Saarland angrenzenden Département Moselle liegt die Inzidenz derzeit bei 306, in ganz Grand Est bei 299. Auch dort ist die Lage in den Krankenhäusern angespannt: Derzeit sind 94,7 Prozent der Intensivbetten in Grand Est belegt.

Einstufung als Hochinzidenzgebiet

Deutschland hatte Frankreich vergangene Woche als Hochinzidenzgebiet eingestuft und die Einreisebestimmungen verschärft. In Frankreich starben bisher mehr als 95.000 erkrankte Menschen. Das Département Moselle ist seit dem 2. März als Virusvariantengebiet eingestuft. Daher gelten besondere Bestimmungen im Grenzverkehr mit dem Saarland.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 31.03.2021 berichtet.

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