Bescheinigungen für die französische Grundsteuer (taxe foncière) (Foto: picture alliance / PHOTOPQR/VOIX DU NORD/MAXPPP | Sebastien JARRY)

Höhere Grundsteuer in Frankreich erwartet

  28.04.2022 | 18:42 Uhr

Wer in Frankreich wohnt, muss in diesem Jahr mit einer höheren Grundsteuer rechnen. Grund dafür ist nach Medienberichten die Inflation.

Angesichts der aktuellen Situation und der stetig steigenden Ausgaben wird in diesem Jahr auch in Frankreich vielerorts die Grundsteuer, die taxe foncière, deutlich steigen. Auch in Lothringen ist die Grundsteuer für viele Gemeinden und Gemeindeverbände eine der wichtigsten Einnahmequellen

An Verbraucherpreisen orientiert

Es gibt in Frankreich zwei Arten von Grundsteuern: die auf unbebaute Grundstücke (taxe foncière sur les propriétés non bâties, TFPNB) und die – für Gemeinden wesentlich bedeutendere – auf bebaute Grundstücke (taxe foncière sur les propriétés bâties, TFPB)

Die Grundsteuer wird auf Basis des Katastermietwertes errechnet, also der potenziellen Jahresmiete, die ein (auch nur theoretisch vorhandenes) Gebäude erzielen könnte, würde es vermietet. Seit 2018 orientiert sie sich an der Inflation und folgt dem Verbraucherpreisindex. Das ist auch der Grund für die kommende Erhöhung.

Erhöhung um 3,4 Prozent

2021 stieg die Grundsteuer so um 0,2 Prozent. 2022 dürften es aber deutlich mehr werden, voraussichtlich steigt sie um 3,4 Prozent. Das hat die französische Generaldirektion Öffentliche Finanzen (DGFIP) errechnet.

Für die Gemeinden und Gemeindeverbände ist das aber nur ein teilweiser Ausgleich, da zum einen ihre Ausgaben im Zuge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges dramatisch gestiegen sind und sie zum anderen mit dem Wegfall der Wohnungssteuer zurechtkommen müssen. Die taxe d’habitation wird bis 2023 stufenweise komplett abgeschafft.

Der französische Staat gleicht das mit einem Zuschuss aus der Mehrwertsteuer großteils aus. Dennoch verbleibt in vielen Gemeinden nur die Grundsteuer als Rückgrat des Haushalts.

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