Die lothringischen Grenzgänger demonstrieren gegen eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation (Foto: SR)

Grenzgänger demonstrieren in Saargemünd

  06.10.2018 | 20:17 Uhr

In Saargemünd haben Grenzgänger aus Lothringen gegen Pläne der EU-Kommission für das Arbeitslosengeld demonstriert. Es soll künftig von dem Land gezahlt werden, in dem die Menschen beschäftigt waren. Nach Angaben der französischen Polizei kamen rund 500 Menschen zu den Protesten.

Franzosen, die in Deutschland arbeiten, würden nach deutschem Recht nur ein Jahr lang Arbeitslosengeld erhalten. In Frankreich dagegen wird das Arbeitslosengeld zwei Jahre lang ausgezahlt. Zudem ist der deutsche Hartz-IV-Satz um ein Fünftel niedriger als beim französischen Pendant.

Video [aktueller bericht am Samstag, 06.10.2018, Länge: 2:18 Min.]
Grenzgänger rufen zur Demonstration

Probleme bei Weiterbildungen befürchtet

Die Grenzgänger befürchten auch Probleme bei Weiterbildungsangeboten der Arbeitsagentur. "Wir merken in unseren Sprechstunden, dass viele französische Kollegen kaum drei Worte Deutsch sprechen können. Für sie wird es sehr schwer werden, Weiterbildungen in Deutschland zu machen", sagt Hubert Krebs von der Grenzgängervereinigung Moselle.

Die Pläne der EU-Kommission zum Arbeitslosengeld für Grenzgänger sollen Ende des Monats im EU-Parlament diskutiert werden.

Über dieses Thema wurde auch in aktuell vom 06.10.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen