Wahlkampfveranstaltung von Le Pen in Arcis-sur-Aube in Grand Est (Foto: dpa)

Frankreichwahl: Der Osten tendiert nach rechts

Lisa Huth   23.04.2017 | 05:00 Uhr

Am Sonntag stand der erste Durchgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich an: Landesweit führte der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron die Umfragen knapp an. In der neuen Großregion aus Elsass, Lothringen, Champagne-Ardennen liegt dagegen die Rechtsextreme Marine Le Pen vorne.

Die Front-Frau des Front National, Le Pen, hat bei einer letzten Umfrage eine Zustimmung von mehr als 27 Prozent in Grand Est. Die anderen drei Kandidaten sacken dagegen deutlich ab: Macron vor dem Konservativen Fillon und dem Linksaußen Mélenchon. Damit festigt sich ein Trend der vergangenen Jahre. Der Osten Frankreichs tendiert weit nach rechts außen.

Lässt sich das in den Ardennen oder in Lothringen mit Deindustrialisierung und der enorm hohen Arbeitslosigkeit erklären, so steht das Elsass vergleichsweise reich da. Umfragen zufolge haben die Menschen in Grand Est weniger Zutrauen in die etablierten Politiker als in anderen französischen Regionen. Sie sind von links und rechts enttäuscht und sehen in der europa- und deutschlandfeindlichen Politik von Marine Le Pen eine tatsächliche Alternative.

Frankreich wählt
vis-à-vis
Wer führt künftig den französischen Staat? Darüber entscheiden die Franzosen bei der Präsidentschaftswahl. Heute findet der erste Wahlgang statt. Alles wichtige dazu gibt es hier zusammengestellt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 22.04.2017 berichtet.

Artikel mit anderen teilen