Frankreich, Marseille: Ein Eisenbahner hält eine Fackel während eines Streiks im Alten Hafen von Marseille.  (Foto: Daniel Cole/ap/dpa)

Frankreich durch Generalstreik lahmgelegt

mit Informationen von Lisa Huth   05.12.2019 | 16:41 Uhr

In Frankreich hat der Generalstreik gegen die Rentenreform begonnen. Große Teile des öffentlichen Lebens sind lahmgelegt. Bislang laufen die Proteste friedlich, die Behörden befürchten aber, dass es noch zu Ausschreitungen kommen kann.

Im ganzen Land gingen Tausende Menschen auf die Straße. Es wird mit den größten Protesten seit Beginn der Gelbwesten-Bewegung vor gut einem Jahr gerechnet. Fast 250 Kundgebungen sind angemeldet - darunter auch mehrere in der Region. Die größte regionale Demo ist in Metz geplant, landesweit wird der Fokus auf Paris liegen. Dort genauso wie in Metz hat sich die Polizei auf Ausschreitungen eingestellt.

Video [aktueller bericht, 05.12.2019, Länge: 4:06 Min.]
Stillstand durch Generalstreik im Frankreich

Kreisverkehre von "Gilets Jaunes" besetzt

Gilets jaunes (Foto Lisa Huth) (Foto: Lisa Huth/SR)
In Lothringen blockieren die Gelbwesten viele Kreisverkehre

Vielerorts in Lothringen muss bereits jetzt mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, unter anderem, weil die Gewerkschaften zur Aktion "Schneckentempo" aufgerufen haben. Außerdem werden wieder viele Kreisverkehre von den "Gilets Jaunes", den Gelbwesten, blockiert. In Forbach zum Beispiel filtern die Gelbwesten die Zufahrt zum Cora. Allerdings hat auch die Polizei Zufahrtsstraßen zum Kreisel abgesperrt. Angeblich aus Sicherheitsgründen, weil die Autofahrer sonst zu aggressiv werden.

An den Auffahrten zu den Autobahnen stehen Gendarme, weil die Gilets Jaunes in Forbach und St. Avold dafür bekannt sind, auch die Autobahn blockieren zu wollen.

In Hombourg-Haut waren mehrere Mütter mit ihren Kindern auf der Straße. Wenn die Schulen zu bleiben, müsse ja jemand die Kinder betreuen. Allein im lothringischen Departement Moselle sind 231 Schulen und Kitas wegen des Generalstreiks geschlossen.

Auswirkungen auf Zugverkehr in Deutschland

Die landesweiten Proteste haben auch Auswirkungen auf Reisende aus Deutschland. Nicht nur Regionalzüge, auch viele Fernverbindungen fallen aus - darunter auch grenzüberschreitende Verbindungen. Teilweise ersetzt die Deutsche Bahn die Züge - etwa auf der Strecke zwischen Saarbrücken und Frankfurt durch eigene Züge.

Laut Saarbahn hat der Streik der französischen Staatsbahn SNCF auch Auswirkungen auf den Saarbahn-Verkehr von und nach Sarreguemines. So könnten von Freitagabend um 21.00 Uhr bis Samstagmorgen um 5.00 Uhr sowie zwischen Samstagabend 21.00 Uhr und Sonntagmorgen 5.00 Uhr die Saarbahn-Züge nicht in den Bahnhof von Sarreguemines einfahren. Dann fährt die Saarbahn nur von beziehungsweise bis Hanweiler.

Die Gründe für den Streik sind überall gleich: Sie richten sich gegen die geplante Rentenreform von Staatspräsident Macron. Die Regierung will die vielen unterschiedlichen Rentenkassen vereinheitlichen und dabei die für etliche Berufsgruppen derzeit bestehenden Vergünstigungen abschaffen. Viele Menschen fürchten Einbußen.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.12.2019.

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