Eröffnung des Hauses der Region Grand Est / Pariser Büro (Foto: Pressestelle Saarländische Staatskanzlei)

Saarland und Grand Est beziehen Büro in Paris

Lisa Huth   09.09.2019 | 21:37 Uhr

Nach Brüssel und Berlin jetzt auch Paris: Das Saarland hat am Montag in der französischen Hauptstadt ein gemeinsames Büro mit der Region Grand Est eröffnet. Kommissarischer Leiter von saarländischer Seite aus ist Karl Terrillon aus dem Europaministerium.

Nach Angaben einer Sprecherin des Europaministeriums hat die Region Grand Est im Herzen von Paris, zwischen der Assemblée Nationale und dem Musée d’Orsay, Räume gekauft. Diese werden von beiden Partnern nun gemeinsam benutzt und bewirtschaftet.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 09.09.2019, Länge: 3:21 Min.]
Saarland und Grand Est eröffnen gemeinsames Büro in Paris

Berlin, Brüssel, Paris

Kollegengespräch: "Das Saarland kann von Grand Est profitieren und seine Frankreichkompetenz zeigen"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Nadine Thielen/Sabine Wachs, 09.09.2019, Länge: 03:01 Min.]
Kollegengespräch: "Das Saarland kann von Grand Est profitieren und seine Frankreichkompetenz zeigen"

Genau umgekehrt ist es in Berlin, dort sitzen ab Oktober dieses Jahres „Grand Est“ und das Saarland in der Landesvertretung beim Bund unter einem Dach. Kostenpunkt: Null Euro. Für das Saarland ist es eine Win-Win Situation: Die Saarländer nutzen die Räumlichkeiten in Paris, die Region Grand Est die in Berlin. Auch in Brüssel teilen sich die beiden regionalen Vertreter aus SaarLorLux bereits ein gemeinsames Büro.

Warum gehen sie zusammen?

Schon der gerade verstorbene frühere Generalratspräsident des Départements Moselle, Philippe Leroy, sagte: "Wir müssen weltweit gemeinsam auftreten und als Großregion zu identifizieren sein. Wir können neben den Großmetropolen Paris und London, auch Straßburg, nur dann bestehen, wenn Saar-Lor-Lux weltweit als gemeinsame Marke auftritt."

Das Saarland und die Region Grand Est als Partner wollen gemeinsam für die Großregion werben, gemeinsame Veranstaltungen mit wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Akteuren ausrichten und Kontakte zu Institutionen in Berlin, Paris und Brüssel knüpfen.

Grenzregion soll sichtbarer werden

Ähnliches ist dann wohl auch für Paris und Berlin zu erwarten. Der Unterschied zwischen Paris und Berlin: Durch den Bundesrat und die Landesvertretungen ist die Bundespolitik an die Lobbyarbeit aus den Ländern gewöhnt. In Paris gibt es Vergleichbares nicht. Ihnen muss die Kompetenz aus der Provinz erst schmackhaft gemacht werden. Vor allem, wenn sie dann auch noch grenzüberschreitend ist.

So gehören denn gemeinsame Neujahrsempfänge und etwa Fachgespräche zur Überzeugungsarbeit. Dort soll von saarländischer Seite der kommissarische Leiter Karl Terrillon einen Tag pro Woche Kontakte knüpfen. Je nach Terminlage kommt ein weiterer Mitarbeiter dazu.

Präsenz des Saarlandes in Paris

Das Saarland hatte zuvor bereits mehrere Versuche einer Präsenz in Paris gestartet. Dies ist nun ein größerer Rahmen und, so das Ministerium, Teil der Frankreichstrategie. Zum ersten Mal setze ein deutsches Bundesland mit einer französischen Partnerregion ein solches Projekt um. Aus dem Ministerium heißt es: "Das Saarland verspricht sich davon eine noch stärkere Präsenz in Frankreich und noch mehr Durchschlagskraft bei der Vertretung seiner Interessen im deutsch-französischen und europäischen Kontext."

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 09.09.2019 berichtet.

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