Medizinisches Notfallpersonal transportiert einen Patienten, der mit dem Coronavirus infiziert ist (Foto: picture alliance/Sebastien Bozon/AFP/dpa)

Wieder französische Covid-Patienten im Saarland

Thomas Braun / mit Informationen von Sabine Wachs   06.11.2020 | 18:54 Uhr

Zum ersten Mal seit dem Frühjahr werden jetzt wieder schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus Frankreich in Deutschland behandelt. Das Saarland nimmt insgesamt acht Patienten aus dem Nachbar-Département Moselle auf.

Erste Patienten in kritischem Zustand seien bereits ins Saarland verlegt worden, teilte das Regionalkrankenhaus Metz-Thionville am Freitag mit. Sie werden dort in Kliniken in Saarbrücken und Völklingen behandelt.

Wie die Landesregierung auf ARD-Anfrage mitteilte, werde das Saarland insgesamt acht Patienten aus der Nachbarregion aufnehmen. Das Saarland ist damit das erste deutsche Bundesland, das wieder Covid-Patienten aus Frankreich behandelt. Während der ersten Coronawelle im Frühjahr hatte das Saarland insgesamt 28 Patienten aus dem Nachbarland aufgenommen.

Drohender Überlastung vorbeugen

Die Verlegung der Patienten aus Grand Est ins Saarland geschieht vorsorglich. Es geht darum, einer drohenden Überlastung der Intensivstationen in der Region zuvorzukommen.

In ganz Frankreich müssen schon jetzt mehr als 4000 Menschen wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden. Zuletzt wurden innerhalb eines Tages knapp 450 Patienten auf Intensivstationen eingewiesen. Die Betten sind zu 85 Prozent ausgelastet.

Höchstwert bei Neuinfektionen

Unterdessen steigen die Infektionszahlen in Frankreich weiter an. Mit mehr als 58.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden war am Donnerstag ein neuer Höchstwert in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern erreicht worden.

Für Moselle meldete die regionale Gesundheitsbehörde ARS in den beiden vergangenen Tagen jeweils knapp 1000 neue Coronafälle.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 6.11.2020.

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