Nicolas Sarkozy, ehemaliger Präsident von Frankreich, im Gerichtsgebäude. (Foto: picture alliance/dpa/AFP | Bertrand Guay)

Neuer Prozess gegen Sarkozy begonnen

  17.03.2021 | 15:20 Uhr

Gegen den früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy hat zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ein Prozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 66-Jährigen vor, er habe seine Wiederwahl-Kampagne im Jahr 2012 zum Teil aus illegalen Mitteln finanziert.

Vor gut zwei Wochen wurde Nicolas Sarkozy zu einer Haftstrafe verurteilt, nun steht der frühere französische Staatschef erneut vor Gericht. Der 66-Jährige blieb dem Auftakt des Pariser Verfahrens am Mittwoch allerdings fern. Die Verhandlungen sollen nach bisherigem Zeitplan bis zum 15. April dauern.

Die Staatsanwaltschaft wirft Sarkozy vor, seinen Präsidentschaftswahlkampf 2012 zum Teil mit illegalen Mitteln finanziert zu haben. Ihm drohen bis zu ein Jahr Haft und eine Geldstrafe. Der konservative Politiker bestreitet die Vorwürfe. Sarkozy war von 2007 bis 2012 Frankreichs Präsident.

Nach Überzeugung der Anklage wandte er bei seinem letztlich erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf gegen den Sozialisten François Hollande 2012 mehr als 40 Millionen Euro auf, um seine Wiederwahl zu sichern. Das war fast doppelt so viel wie erlaubt.

System fiktiver Rechnungen

Seine Partei UMP - die inzwischen Les Républicains (Die Republikaner) heißt - soll versucht haben, dies durch ein System gefälschter Rechnungen zu kaschieren. Alleine die Eventfirma Bygmalion soll der Partei Rechnungen in Höhe von 18,5 Millionen Euro ausgestellt haben. Deshalb ist der Fall in Frankreich als "Bygmalion-Affäre" bekannt.

Geht gegen Urteil in Berufung

Bereits vor gut zwei Wochen war Sarkozy in einem Korruptionsprozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden, davon zwei auf Bewährung. Da er Berufung eingelegt hat, ist das Urteil bisher nicht rechtskräftig.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.03.2021 berichtet.

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