Silvester-Feuerwerk (Foto: nickgesell/Pixabay)

Ausgangssperre an Silvester in Frankreich

  11.12.2020 | 07:30 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Franzosen den Jahreswechsel nicht im Freien feiern: Die Regierung verhängte für die Silvesternacht eine Ausgangssperre zwischen 20.00 Uhr und 7.00 Uhr morgens, wie Frankreichs Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend mitteilte.

Die Franzosen sollen auf größere Feiern an Silvester verzichten. Als Grund nannte Frankreichs Premierminister Jean Castex die zu hohen Neuinfektionszahlen. "Wir sind noch nicht am Ende der zweiten Welle angekommen", betonte der Regierungschef. Privates Böllern ist vielerorts ohnehin nicht erlaubt. In Paris und anderen Städten gibt es zentral organisierte Feuerwerke.

Andere geplante Corona-Lockerungen werden aufgeschoben. Neben Kulturinstitutionen wie Theatern, Kinos und Museen betrifft dies auch Gotteshäuser. Die Zahl der Teilnehmer an Messfeiern soll vorerst nicht erhöht werden, in Kirchen und Moscheen muss jeweils eine Reihe zwischen Gläubigen frei bleiben.

Weihnachten im kleinen Kreis

Weihnachten sollen die Menschen zwar wie geplant zu ihren Familien reisen können. Castex ermahnte die Bürger aber zu Feiern im kleinen Kreis mit maximal sechs Erwachsenen. Es müsse alles getan werden, "um einen dritten Lockdown in den kommenden Monaten zu verhindern", betonte er.

Präsident Emmanuel Macron hatte einen Rückgang auf maximal 5000 Neuinfektionen täglich zur Voraussetzung für Lockerungen vor Weihnachten gemacht. Zuletzt lag die Zahl mit mehr als 14.000 aber fast drei Mal so hoch. Es gebe das "Risiko, dass die zweite Welle wieder ansteigt", warnte Gesundheitsminister Olivier Véran.

Eine wichtige Erleichterung gibt es am kommenden Dienstag: Ab dann müssen die Franzosen tagsüber keine Bescheinigungen mehr mit sich führen, um bei Polizeikontrollen ihr Ausgehen zu begründen.

Besserung seit Lockdown

Seit Inkrafttreten des Lockdowns am 30. Oktober hatten sich die Corona-Kennzahlen deutlich verbessert: Nach einem Höchststand von 60.000 gingen die täglichen Neuinfektionen sichtbar zurück. Auch der Druck auf die Krankenhäuser ließ deutlich nach. Auf den französischen Intensivstationen wurden zuletzt gut 3000 Corona-Patienten behandelt, das entspricht einer gut 50-prozentigen Auslastung.

Macron hatte 2500 bis 3000 Intensivpatienten als Zielwert für den 15. Dezember genannt. Die Zahl der Todesfälle stieg dagegen massiv auf zuletzt 56.648. Keine Hoffnung gibt es daher vorerst für Restaurants und andere Gaststätten, die als Infektionsherd gelten: Sie sollen mindestens bis Januar geschlossen bleiben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 11.12.2020 berichtet.

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