In Plastik verpackte Tomaten. (Foto: dpa)

Höhere Preise für Plastikmüll in Frankreich

AFP / Onlinefassung: Anne Staut   13.08.2018 | 11:12 Uhr

Die französische Regierung will Verpackungen aus nicht-recyceltem Plastik teurer machen, um sie vom Markt zu drängen. Die Recyclingstrategie ist eine von mehreren Maßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, darunter auch ein Pfandsystem für Plastikflaschen.

Bis 2025 solle es landesweit nur noch Verpackungen aus wiederverwertetem Plastik geben, sagte Staatssekretärin Brune Poirson in einem Interview mit der Zeitung "Journal du Dimanche".  Die Produkte in recycelten Verpackungen sollen nach den Plänen der Regierung demnach bis zu zehn Prozent weniger kosten, solche mit nicht-recyceltem Plastik zehn Prozent mehr.

Wirtschaft muss umgebaut werden

Zudem solle das Lagern von Plastik auf Müllhalden höher besteuert werden, während Recycling steuerlich begünstigt werden solle. Dem Plastik den Krieg zu erklären, reiche nicht aus, so die Umweltstaatssekretärin. Die französische Wirtschaft müsse umgebaut werden.

Nach Angaben des Web-Magazins "60 Millions de Consommateurs" (60 Millionen Verbraucher) recycelt Frankreich rund ein Viertel seines Plastiks. Angesichts der zunehmenden Vermüllung der Umwelt mit Plastik wächst im Land das Problembewusstsein. Zuletzt waren in Frankreich, wie auch in anderen Ländern, Verbrauchermärkte Ziel von "Plastikattacken", bei denen Käufer aus Protest ihren Verpackungsmüll nach dem Einkauf vor den Märkten zurückließen.

Artikel mit anderen teilen