Die französische Flagge vor dem Eiffelturm in Paris (Foto: dpa)

Vorerst keine Ausgangssperre für Grand Est

mit Informationen von Lisa Huth   30.12.2020 | 13:04 Uhr

Für die Region Grand Est wird es vorerst keine dritte Ausgangssperre geben. Stattdessen soll es ab dem 2. Januar eine auf 18.00 Uhr vorgezogene Sperrstunde geben. Die Bürgermeister von Nancy und Reims kritisieren die Entscheidung.

Durch die vorgezogene Sperrstunde müssen ab dem 2. Januar auch die Geschäfte um 18.00 Uhr schließen. Das haben die Präfektin der Region, Josiane Chevalier, und die Generaldirektorin der regionalen Gesundheitsbehörde ARS, Virginie Cayré mitgeteilt. Derzeit gilt frankreichweit eine Ausgangssperre ab 20.00 Uhr. Die Menschen dürfen dann nur mit triftigem Grund das Haus verlassen – einfache Spaziergänge, einkaufen oder Sport gehören nicht dazu.

Die Bürgermeister Mathieu Klein und Arnaud Robinet zweifeln an, ob eine vorgezogene Sperrstunde viel bringe. Die Ausgangssperre für Grand Est werde so nur aufgeschoben, werde aber im Januar kommen, sagte Robinet dem Sender France Bleu. Er und Klein hatten bereits zuvor eine Ausgangssperre ab dem 28. Dezember gefordert. Laut der Präfektin Chevalier wird die Entwicklung der Zahlen weiter beobachtet. Eine Entscheidung werde dann Anfang Januar getroffen.

Besonders ernst sei die Lage derzeit in der Region Grand Est, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes und in den Gebieten Franche-Comté und Alpes-Maritimes, sagte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran.

Regionale Unterschiede

Neue landesweite Ausgangsbeschränkungen seien aktuell nicht vorgesehen. "Wir befinden uns seit drei Wochen auf einem Plateau, mit etwa 15.000 Neuinfektionen pro Tag." Es gebe im Land erhebliche regionale Unterschiede – so sei der Osten stärker betroffen als der Westen. Der wissenschaftliche Rat warnte in einer Analyse der vergangenen Woche, die am Dienstag veröffentlicht wurde, vor einem "unkontrollierten Wiederaufflammen der Epidemie im Januar".

Véran machte wenig Hoffnung, dass am 7. Januar Museen, Kinos und Theater wieder öffnen können. Es sei derzeit schwierig, alle Beschränkungen aufzuheben. Man müsse Anfang Januar schauen, wie sich die Lage entwickle. Eigentlich ist für den 20. Januar auch die Öffnung der Restaurants und Bars vorgesehen – das erscheint momentan ebenfalls unwahrscheinlich.

Frankreich mit seinen 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der Pandemie schwer getroffen. Von Ende Oktober bis Mitte Dezember galten im ganzen Land strenge Ausgangsbeschränkungen – diese wurden dann gelockert, eine abendliche Ausgangssperre eingeführt. Geschäfte durften bereits Ende November wieder öffnen.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 30.12.2020.

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