Jean Castex, Premierminister, Frankreich (Foto: picture alliance/Michel Euler/AP/dpa)

Frankreich will landesweiten Lockdown vermeiden

  11.09.2020 | 18:43 Uhr

Angesichts der massiv gestiegenen Corona-Infektionszahlen will Frankreich alles tun, um einen neuen landesweiten Lockdown zu vermeiden. Premierminister Jean Castex sagte am Freitag nach einer Krisensitzung unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron in Paris, es werde vorerst keine "allgemeinen Ausgangsbeschränkungen" geben.

Stattdessen rief Frankreichs Premierminister Jean Castex die Behörden in besonders betroffenen Städten wie Marseille und Bordeaux sowie im Überseegebiet Gouadeloupe auf, bis Montag örtlich begrenzte Maßnahmen vorzuschlagen.

Situation ist ernst

Zuletzt hatte Frankreich einen Höchststand von fast 10.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Castex sprach von einer "deutlichen Verschlechterung" der Situation.

Der Corona-Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche ist im Landesschnitt mit 72 Fällen deutlich überschritten. Nach Angaben des Regierungschefs sollen zudem Corona-Tests für Menschen mit Symptomen oder Gesundheitspersonal beschleunigt werden.

Verkürzung der Quarantäne

Zugleich verkürzt die Regierung die Quarantänezeit wie angekündigt von 14 auf sieben Tage. Damit soll für eine bessere Akzeptanz geworben werden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums halten viele Franzosen die Selbstisolation nicht ein.

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