Touristen schützen sich am Eifelturm mit Sonnenschirm und Hut vor der Sonne (Foto: picture alliance/dpa/AP | Thomas Padilla)

Frankreich beendet Gesundheits-Notstand

  01.08.2022 | 15:11 Uhr

In Frankreich ist seit Montag der Gesundheitsnotstand aufgehoben. Das heißt, dass die Regierung nicht mehr drastische Maßnahmen gegen das Coronavirus verhängen kann, ohne das Parlament einzubeziehen. Damit ist auch der Gesundheitspass Geschichte.

Der „pass sanitaire“, der französische Gesundheitspass, ist Geschichte. Frankreich hat seit Montag alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Am Dienstag vergangener Woche hatte der Senat beschlossen, den Gesundheitsnotstand und das Krisenmanagement aufzuheben. Im Alltag der Franzosen ändert sich dadurch allerdings wenig, denn nach einem Bericht der Zeitung „Le Monde“ sind die meisten Maßnahmen ohnehin schon ausgelaufen.

Virus „eine echte Gemeinheit“

Lediglich die Überwachung der Fallzahlen und die Möglichkeit obligatorischer Tests bei der Einreise nach Frankreich, wenn neue Varianten auftauchen, sollen weiter bestehen bleiben. Gegenwärtig gilt jedoch, dass dafür weder Impf- oder Genesenennachweis noch Test benötigt werden.

Professor Jean François Delfraissy, Präsident des zu Pandemiebeginn einberufenen und jetzt aufgelösten wissenschaftlichen Rates der Regierung, sagte gegenüber der Zeitung „Le Parisien“, er hätte niemals geglaubt, dass die Corona-Krise „so lange andauern würde“. Das Virus sei „eine echte Gemeinheit“. „Das war es 2020, und das bleibt es 2022.“ Gleichzeitig räumte Delfraissy Fehler im Umgang mit der Pandemie ein, beispielsweise mit Blick auf die Schulschließungen.

Inzidenz rückläufig

Nach den letzten verfügbaren Angaben der Santé Publique (18. bis 24. Juli), ist die 7-Tage-Inzidenz mit 759 rückläufig. 783 Infizierte befanden sich im Krankenhaus, davon 65 in intensivmedizinischer Behandlung. Allerdings haben die Krankenhäuser in Metz und Nancy derzeit mit Personalengpässen zu kämpfen, die Notaufnahmen arbeiten nur mit Einschränkungen.

Die Impfquote in Grand Est wird mit 77,2 Prozent für die Grundimmunisierung und 60,5 Prozent für die Boosterimpfung angegeben. Im Département Moselle sind 76,9 Prozent der Bevölkerung geimpft, 60,3 Prozent geboostert.

Österreich hebt Quarantänepflicht auf

Österreich hat am Montag die Quarantänepflicht aufgehoben. Wer positiv auf das Virus getestet ist, sich aber nicht krank fühlt, darf damit künftig das Haus verlassen.

Allerdings müssen positiv Getestete eine FFP2-Maske tragen, außer wenn sie im Freien sind und zu anderen Menschen mindestens zwei Meter Abstand halten können. Auch Arbeiten ist möglich, sofern im Beruf eine FFP2-Maske getragen werden kann.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.08.2022 berichtet.

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