Turteltaube (Foto: dpa/picture alliance)

Frankreich droht Klage vor dem EuGH wegen Turteltauben

  03.12.2020 | 16:15 Uhr

Beim Schutz von Turteltauben erhöht die EU-Kommission den Druck auf Frankreich. Sollte Paris nicht innerhalb von zwei Monaten reagieren, droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Konkret moniert die EU-Kommission eine mangelhafte Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie, die ausreichend Lebensraum für Turteltauben sicherstellen und nicht nachhaltige Jagd verbieten will. Neben Frankreich läuft auch ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien. Beide Länder seien dem Vogelschutz nicht nachgekommen, erklärt die Kommission. Es droht beiden eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Beim Schutz der Turteltaube komme Frankreich und Spanien jedoch eine entscheidende Rolle zu. In Frankreich leben etwa zehn Prozent der europäischen Brutbestände der Vogelart, in Spanien ist es sogar mehr als die Hälfte. Zwischen 1996 und 2016 war der Bestand in beiden Ländern um etwa 40 Prozent zurückgegangen.

Weniger Bestände auch in Deutschland

In Deutschland ist die Turteltaube zum "Vogel des Jahres 2020" gewählt worden. Nach Angaben des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) sind seit 1980 fast 90 Prozent ihrer Bestände in der Bundesrepublik verloren gegangen. Sie gehört neben Rebhuhn und Kiebitz zu den am stärksten im Bestand abnehmenden Vogelarten Deutschlands.

Was der Taube fehle, seien geeignete Lebensräume wie strukturreiche Wald- und Feldränder. Besonders durch die industrielle Landwirtschaft hätten sich die Bedingungen für die Turteltaube verschlechtert. Als Zugvogel sei sie zudem durch illegale und legale Jagd massiv gefährdet. Allein in der EU werden laut NABU jährlich rund zwei Millionen Turteltauben getötet. 

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