Gesperrte deusch-französische Grenze bei Bisten (Foto: Becker&Bredel)

Forscher kritisiert Grenzschließungen

  03.04.2020 | 08:20 Uhr

Der Frankreich-Forscher Philipp Krämer hat die saarländische Landesregierung für die Schließung der Grenzen nach Frankreich kritisiert. Die Regierung habe bisher nicht darlegen können, wie dies einen wirksamen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie leiste.

Die Wissenschaft habe zur Eindämmung der Pandemie keine Grenzschließungen empfohlen. Sie seien eine politische Maßnahme, sagte Krämer, der an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder lehrt. Das Coronavirus werde so dargestellt, als dringe er von außen ein und sei mit Grenzschließungen kontrollierbar. Die Wirkung dieses Bildes zeige sich in den Anfeindungen, denen Pendler aus Frankreich inzwischen ausgesetzt seien.

"Maßnahmen widersprechen allen Zielen"

"Auf diese Entwicklung reagieren die Landes- und Bundesregierung bisher unzureichend – dies gilt insbesondere für den Ministerpräsidenten und die Innenminister", so Krämer. Mit der "Eintrübung der nachbarschaftlichen Freundschaft" drohe die Frankreichstrategie des Saarlandes Schaden zu nehmen. "Die Maßnahmen an den Grenzen widersprechen allen Zielen, die sich das Saarland gesetzt hat", betonte der Wissenschaftler.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.04.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja