Atomkraftwerk Fessenheim (Foto: dpa/Patrick Seeger)

AKW Fessenheim ist vom Netz

  30.06.2020 | 07:00 Uhr

Das französische Atomkraftwerk in Fessenheim nahe der deutschen Grenze ist nach 43 Jahren endgültig abgeschaltet worden. Das teilte der Betreiber EdF mit. Demnach wurde der zweite und letzte Reaktor am Montag um 23.00 Uhr vom Netz genommen.

Die Anlage mit den zwei Reaktoren in Fessenheim war das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Der erste Reaktor wurde bereits im Februar abgeschaltet. Die französische Atomaufsicht plant, die Brennelemente bis Ende 2023 abzutransportieren. Das eigentliche Kraftwerk soll bis 2040 zurückgebaut werden.

Das AKW Fessenheim war 1977 in Betrieb gegangenen. Wegen Sicherheitsbedenken hatte insbesondere die deutsche Seite jahrelang die Schließung gefordert. In den Jahren 2017 und 2018 hatte es jeweils 52 registrierte Vorfälle gegeben. Im Rahmen einer Energiewende wurde 2018 verkündet, dass das Werk vom Netz gehen soll.

Video [aktueller bericht, 29.06.2020, ab Minute: 07:52]
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Kritik im Elsass

Im Elsass aber wird die Stilllegung als "historischer Fehler" kritisiert. Das Kraftwerk sei sicher, sauber und habe der Region Geld und Arbeitsplätze gebracht, heißt es.

Das älteste AKW Frankreichs geht endgültig vom Netz
Audio [SR 3, Lisa Huth, 29.06.2020, Länge: 03:00 Min.]
Das älteste AKW Frankreichs geht endgültig vom Netz

Als Restrukturierungsmaßnahme nach dem Ende des AKW soll auf dem Gelände eine Art "AKW-Recyclinghof" für abgebrannte Brennstäbe eingerichtet werden. Dorthin könnte radioaktives Metall aus ganz Frankreich - und eventuell auch aus Deutschland - transportiert werden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 30.06.2020 berichtet.

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