Ein Mitglied des medizinischen Personals geht auf dem Korridor der Intensivstation eines Krankenhauses entlang. (Foto: picture alliance/ZUMA Press/Claudio Furlan)

Mehr als 58.000 Neuinfektionen in Frankreich

  06.11.2020 | 09:13 Uhr

In Frankreich ist die Corona-Lage weiterhin extrem angespannt. Der Druck auf die Intensivstationen wächst. Am Donnerstag meldete die nationale Gesundheitsbehörde mehr als 58.000 Neuinfektionen. Das ist ein neuer Spitzenwert in Frankreich.

Innerhalb von 24 Stunden sind in Frankreich fast 450 Menschen auf die Intensivstationen eingewiesen worden, teilte die nationale Gesundheitsbehörde mit. "Einer von vier Patienten, die auf die Intensivstation kommen, wird die kommenden Wochen nicht überleben", sagte der Direktor der Behörde, Jerôme Salomon.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran entwickeln von 100 Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden, 90 keine oder nur leichte Symptome und müssen nicht ins Krankenhaus. Rund acht Prozent würden mit schweren Verläufen ins Krankenhaus kommen, zwei weitere Prozent landeten mit heftigen Verläufen auf der Intensivstation.

Verlegung von Patienten

Ohne strenge Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen könnte die zweite Welle schwerer und länger sein als die erste, befürchtete der Gesundheitsminister. Er habe außerdem in den letzten Tagen viele Menschen sagen hören, dass Ausgangsbeschränkungen nicht nötig seien, wenn es mehr Intensivbetten gäbe.

Die Einlieferung auf die Intensivstation sei aber alles andere als trivial – man könne nicht sicher sein, ob man dort wieder herauskomme. Derzeit gebe es im Land außerdem Verlegungen von Patienten in weniger schwer getroffene Regionen. In den kommenden Tagen seien 200 weitere Verlegungen geplant. Die Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten des Landes sei am schlimmsten von der Epidemie betroffen, sagte Véran.

In Frankreich gelten seit vergangenen Freitag strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Menschen dürfen nur mit triftigem Grund vor die Tür, Gastronomie und Einzelhandel haben geschlossen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 06.11.2020 berichtet.

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