Francois und Penelope Fillon (Foto: Christophe Ena/dpa)

Ermittlungen gegen Ehefrau von François Fillon

AFP   29.03.2017 | 09:28 Uhr

In der Scheinbeschäftigungsaffäre um den konservativen Präsidentschaftskandidaten Fillon hat die französische Justiz nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen seine Frau eingeleitet. Der 61-Jährigen wird unter anderem Beihilfe zur Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl findet am 23. April statt.

François Fillon war in der Affäre um eine Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau Penelope bereits Mitte März formell beschuldigt worden. Auch gegen einen seiner Vertrauten, den früheren konservativen Abgeordneten Marc Joulaud, läuft ein Ermittlungsverfahren. Fillon wird vorgeworfen, seine Frau jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin bezahlt zu haben, ohne dass sie dafür eine Gegenleistung erbracht hätte.

Dabei geht es laut Fillon abzüglich der Sozialbeiträge um rund 680.000 Euro. In der Affäre geht es zudem um eine Beschäftigung von Penelope Fillon beim Magazin "La Revue des Deux Mondes". Auch hier besteht der Verdacht einer Scheinbeschäftigung.

Fillon beklagt Schmutzkampagne

Fillon hat die Scheinbeschäftigungs-Vorwürfe stets zurückgewiesen und spricht von einer politischen Schmutzkampagne. Vergangene Woche warf er dem sozialistischen Staatschef François Hollande vor, mit einem "schwarzen Kabinett" hinter den Medien-Enthüllungen zu stecken – ein Vorwurf, den Hollande empört zurückwies.

Trotz des Ermittlungsverfahrens und seines Niedergangs in den Umfragen hält der 63-jährige Konservative an seiner Präsidentschaftskandidatur weiter fest. Wegen der Affäre und immer neuer Enthüllungen ist der lange als Präsidentschaftsfavorit gehandelte Fillon allerdings in den Umfragen abgestürzt. Er liegt inzwischen klar hinter dem parteilosen Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen. Die Präsidentschaftswahl in Frankreich findet in zwei Runden am 23. April und 7. Mai statt.

Über dieses Thema wurde am 29. März auch in den SR-Hörfunknachrichten berichtet.

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