Frankreichs Präsident Macron kommt zur Stimmabgabe bei den Parlamentswahlen (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ludovic Marin)

Macron kann mit Parlaments-Mehrheit rechnen

  13.06.2022 | 08:00 Uhr

Nach der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich liegt das Mitte-Lager von Präsident Macron laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis hauchdünn vor dem Linksbündnis. Prognosen gehen für die zweite Wahlrunde aber von einer deutlichen Mehrheit des Macron-Lagers aus.

In der ersten Runde der französischen Parlamentswahl haben die Kandidaten des Lagers von Präsident Emmanuel Macron minimal mehr Stimmen als die des neuen Linksbündnisses erhalten.

Laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis kam Macrons Mitte-Bündnis landesweit auf 25,75 Prozent der Stimmen, wie das Innenministerium in Paris in der Nacht zu Montag mitteilte. Die vom Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon angeführte Allianz aus Linken, Kommunisten, Grünen und Sozialisten kam demnach auf 25,66 Prozent und hatte damit hauchdünn das Nachsehen.

Der Unterschied betrug gerade einmal 21.442 Stimmen - bei rund 48,7 Millionen Wahlberechtigten. Die rechtsnationale Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen erhielt 18,68 Prozent der Stimmen.

Deutliche Mehrheit nach zweiter Wahlrunde erwartet

Prognosen gehen bei der Sitzverteilung nach der zweiten Wahlrunde in einer Woche von einer deutlichen Mehrheit für das Bündnis des Liberalen aus. Unklar ist, ob eine absolute Mehrheit mit mindestens 289 Sitzen erreicht wird.

Das Ergebnis ist zwar ein Erfolg für das neue Bündnis "Nupes" aus Linken, Kommunisten, Grünen und Sozialisten - angeführt von Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Die Prognosen schreiben ihnen aber nur etwa 150 bis 210 der Sitze zu.

Nur "Gewinner-Stimmen" im Wahlkreis zählen

Die Unterschiede zwischen prozentualem Stimmanteil und der Sitzverteilung erklären sich durch das komplizierte Wahlsystem. Dabei zählen am Ende nur die Stimmen für den Gewinner im jeweiligen Wahlkreis.

In jedem Wahlkreis finden Direktwahlen der jeweiligen Kandidaten und Kandidatinnen statt. Bei der ersten Wahlrunde ziehen vereinfacht gesagt diejenigen Kandidaten ins Parlament ein, die bei einer ausreichend hohen Wahlbeteiligung auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen in ihrem Wahlkreis erhalten haben. Wo das nicht der Fall ist, müssen sich alle Kandidaten, die mehr als 12,5 Prozent der Stimmen bekommen haben, eine Woche später einem zweiten Wahlgang stellen.

Moselle stellt neun Abgeordnete

Aus dem direkt an das Saarland angrenzenden Département Moselle ziehen insgesamt neun Abgeordnete ins französische Parlament. Bei den zurückliegenden Wahlen 2017 kamen sieben der neun Kandidaten aus Macron Bewegung "En Marche".

Einer der bekanntesten im Saarland ist Christophe Arend, der Abgeordnete für Forbach und Umgebung. Im ersten Wahlgang kam er dieses Mal auf 22,13 Prozent und landet damit hinter dem rechten Kandidaten Kévin Pfeffer mit 30,58 Prozent. Die Wahlbeteiligung in diesem Wahlkreis lag bei 35 Prozent und damit deutlich unter dem landesweiten Schnitt von knapp 50 Prozent.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 12.06.2022.

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