Proteste der Gelbwesten (Foto: SR)

Gelbwesten wollen wieder demonstrieren

mit Informationen von Bettina Rau   15.11.2019 | 19:48 Uhr

Seit einem Jahr machen die sogenannten Gelbwesten in Frankreich ihrem Ärger Luft. Ausgelöst wurden die Proteste ursprünglich durch eine von der Regierung geplante Anhebung der Benzinpreise. Inzwischen ist die Bewegung kleiner geworden, am Wochenende sind aber zahlreiche Demonstrationen geplant.

An den Kreiseln fing alles an. Unzufriedene sammelten sich dort, darunter Rentner, Arbeitslose, Geringverdiener. Schnell eskalierten die Demonstrationen frankreichweit, auch in der Region Grand Est. Die Proteste, die teilweise von massiver Gewalt begleitet waren, setzten Präsident Emmanuel Macron unter Druck. Er entschuldigte sich für Fehler und versprach zehn Milliarden Euro, die vor allem Geringverdienern und Rentnern helfen sollten.

Video [aktueller bericht, 15.11.2019, Länge: 3:21 Min.]
Ein Jahr Gelbwesten-Proteste

Ein Jahr nach Beginn der Proteste ist die Wut der Gelbwesten in Saint Avold ungebrochen. Sie halten Macrons Maßnahmen für einen Tropfen auf den heißen Stein. Am Samstag steht eine Großdemo in Paris an, am Tag darauf in Saint Avold.

Gewaltvorwürfe auf beiden Seiten

Die Gelbwesten sehen sich als Opfer von Polizeigewalt, über zwanzig Menschen hätten das Augenlicht verloren, fünf die Hände, dazu massenhaft Verletzungen und Tausende von Verhaftungen. Die Gewalt sei auch auf Seiten der Demonstranten schockierend gewesen, sagen Journalisten der Zeitung Républicain lorrain aus Saint Avold, die die Bewegung von Anfang an begleitet haben.

Video [aktueller bericht, 15.11.2019, Länge: 3:01 Min.]
Interview mit Sabine Wachs, SR-Frankreich-Korrespondentin, zu den Gelbwesten

Um das Land zu befrieden, hatte Präsident Macron nationale Debatten angestoßen. Die Bürgermeister setzten diese Diskussionsrunden nach festem Schema um, auch in Grand Est.

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" im SR Fernsehen am 15.11.2019 berichtet.

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