Die französische Flagge an einem Fahnenmast (Foto: pixabay)

Nancy und Reims für Ausgangssperre

Lisa Huth   24.12.2020 | 13:00 Uhr

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Grand Est haben die Bürgermeister von Nancy und Reims die Alarmglocke gezogen: Wenn die Regierung in Paris eine dritte Ausgangssperre, das so genannte „Confinement“ plane, müsse das schnell passieren – am besten ab dem 28. Dezember.

Die Krankenhäuser seien so gut wie dicht, sagte Nancys Bürgermeister Mathieu Klein im Interview dem öffentlich-rechtlichen Sender France 3. Viele Operationen könnten nicht mehr stattfinden, weil sich alles um die steigende Zahl der Covid-Patienten drehe.

Käme nach den Weihnachtsfeiern noch Silvester hinzu, bedeute das eine "virale Bombe". Da helfe auch eine Ausgangssperre an Silvester ab 20.00 Uhr nicht mehr.

Hohe Inzidenzwerte in Grand Est

In ganz Grand Est liegt die Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner bei rund 232. Im Stadtverband von Nancy ist er sogar auf 276 geklettert. Zum Vergleich: Im Saarland liegt der Wert knapp unter 200.

Auch wenn der Inzidenzwert im Stadtverband von Reims deutlich niedriger als in Nancy liegt, ist der Appell des dortigen Bürgermeisters nicht weniger eindringlich: Schnell handeln, bevor "alles außer Kontrolle" sei, fordert Bürgermeister Arnaud Robinet.

Gesundheitsminister zurückhaltend

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Varan reagierte zurückhaltend: Wenn Frankreich handele, dann bestimmt nicht, weil zwei Bürgermeister das forderten, auch wenn sie sich in ihrem Bereich berechtigte Sorgen machten.

Frankreichweit liegt der Inzidenzwert bei 146,4 und damit ein Drittel niedriger als in Grand Est. Doch wie die Erfahrung zeigt, kann in Frankreich am Ende alles sehr schnell gehen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 24.12.2020 berichtet.

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