Corona-Hygiene-Schild auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg (Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP | Alexandre Marchi)

Frankreich und Luxemburg verschärfen Maßnahmen

Axel Wagner   26.11.2021 | 21:57 Uhr

Nachdem die Situation in Frankreich zunächst moderat geblieben war, ist die neue Corona-Welle nun auch dort angekommen. Gesundheitsminister Véran kündigte Grenzkontrollen an, die allerdings wohl nur Flugverbindungen nach Südafrika betreffen. In Luxemburg kündigt die Regierung neue Maßnahmen in Schulen an.

War die Region Grand Est bislang moderat in die neue Corona-Welle gestartet – während man in Deutschland von der vierten Welle spricht, ist es nach französischer Lesart bereits die fünfte –, ziehen die Zahlen nun auch hier stark an. Fast ist hier schon wieder die Spitze von Mitte August erreicht, Tendenz: stark steigend.

Corona in der Großregion

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen und der neuen Omicron-Variante kündigte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend im Fernsehsender TF1 neue Grenzkontrollen an. Allerdings sollen diese nach den bislang vorliegenden Informationen wohl nicht den Grenzverkehr zwischen Frankreich und Deutschland, sondern die Flugverbindungen nach Südafrika treffen.

Dort war die Omicron-Variante, auch Nu-Variante oder B.1.1.529 genannt, zuerst aufgetaucht. Für die Einreise aus den französischen Überseegebieten soll ein Test wieder Pflicht werden.

Boost bei Boosterimpfungen

Unterdessen sind die Impfungen weiter stark gefragt. Besonders die Boosterimpfungen erleben einen Schub, auch weil bei über 65-Jährigen der „pass sanitaire“, das französische Pendant zum deutschen Impfzertifikat, ohne diese dritte Impfdosis bald ungültig wird.

Die „dose de rappel“, wie die Auffrischungsimpfung in Frankreich genannt wird, haben bei den 65- bis 74-Jährigen in Grand Est bereits 24,1 Prozent erhalten, bei den über 75-Jährigen 45,3 Prozent. Das meldete die Santé Publique France am Donnerstag, wobei die Daten den Stand vom 21. November wiedergeben.

Lage in Kliniken noch überschaubar

Als zweifach geimpft gelten in Grand Est in der Altersgruppe 65-74 Jahre 94,5 Prozent, bei den über 75-Jährigen 88,8 Prozent. In der Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen sind 76,8 Prozent geimpft.

In den Krankenhäusern in Grand Est ist die Lage trotz steigender Zahlen nach wie vor überschaubar. Die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-Patienten liegt bei rund 27 Prozent.

Neue Maßnahmen in Luxemburg

Im Großherzogtum Luxemburg hat Bildungsminister Claude Meisch angesichts der wiederaufgeflammten Pandemie neue Maßnahmen für die Schulen beschlossen. Die Zahl der Schnelltests für Grundschüler wurde von zwei auf drei erhöht. Auch die Quarantänekriterien für Schüler wurden verschärft.

Masken sollen ebenfalls zumindest bei positiven Fällen in der Klasse zeitweise wieder Pflicht werden. Weitere Neuregelungen sollen am Montag bekannt gegeben werden.

Gültigkeit der Tests verkürzt

Außerdem verkürzte die Regierung die Gültigkeit der Coronatests. PCR-Tests sind statt 72 nur noch 48 Stunden gültig, Schnelltests statt 48 nur mehr 24 Stunden. Für den öffentlichen Dienst soll es mehr Homeoffice-Möglichkeiten (Telearbeit) geben – vier statt bisher drei Tage pro Woche. Wer ein Altenheim besuchen möchte, braucht einen gültigen Schnelltest und muss eine Maske tragen.

Denn auch in Luxemburg kennen die Fallzahlen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Und die Impfkampagne kommt nach wie vor nur schleppend voran. Gerade einmal 67,45 Prozent aller Luxemburger – 428.134 – sind zweifach geimpft. Dazu kommen noch 62.050 Auffrischungsimpfungen (dose complémentaire).

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