Ein medizinischer Mitarbeiter verabreicht einer Schülerin in einer Schule eine Dosis des Corona-Impfstoffs. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua | Str.)

Corona in der Großregion wieder auf dem Vormarsch

Axel Wagner   28.10.2021 | 11:52 Uhr

Trotz landesweit zurückgegangener Testzahlen ist die 7-Tage-Inzidenz in Grand Est und in Moselle wieder gestiegen. Haupttreiber in der Region waren die Ardennen. Auch Luxemburg verzeichnet wieder mehr Coronafälle. Genau wie im Saarland kommen auch bei unseren Nachbarn die Impfungen nur mehr schleppend voran. Demnächst sollen Kinderimpfungen möglich werden.

Frankreich erlebt derzeit wieder steigende Corona-Fallzahlen. War die kritische Untergrenze von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner Anfang Oktober sogar unterschritten worden, liegt das Land mit einer 7-Tage-Inzidenz von 55 wieder knapp darüber.

Die Großregion im Überblick

Mehr Infektionen

Und das trotz weniger Tests: Nach Medienberichten ist in Frankreich die Zahl der durchgeführten PCR- und Antigen-Schnelltests in der vergangenen Woche landesweit um 675.000 auf 2,3 Millionen zurückgegangen.

Auch in der Region Grand Est zeigt sich dieser Inzidenz-Trend. Noch vor zwei Wochen lag hier die Inzidenz nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde ARS Grand Est bei 32, im Département Moselle bei 41,7 (Zeitraum 18. bis 24. Oktober).

Überlastung im Winter droht

Die Auslastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern liegt zwar in Grand Est derzeit bei nur knapp über zehn Prozent. Trotzdem fürchtet man in Frankreich für den Winter eine neuerliche Überlastung.

Gilles Pialoux, Klinikforscher an der Pariser Sorbonne-Universität, sagte dem französischen Magazin „Capital“, die Kliniken des Landes seien wegen Personalmangels bereits jetzt ausgelastet. Die Epidemie werde zurückkehren, auch wegen der Lockerung der Schutzmaßnahmen.

Impfungen kommen kaum voran

Unterdessen kommen die Impfungen in Frankreich und in Grand Est nur schleppend voran. Die Quote der vollständig Geimpften ist in der Region innerhalb von zwei Wochen von 72,9 nur auf 73,8 Prozent gestiegen.

Deutlich zugelegt haben dabei die Jüngeren: Bei den Zwölf- bis 17-Jährigen lag die Impfquote nach den letzten verfügbaren Daten der Santé Publique France bei 72,5 Prozent, gegenüber 68,3 Prozent vor zwei Wochen.

Unterdessen herrscht über mögliche Impfungen für Fünf- bis Elfjährige Uneinigkeit. „Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist noch nicht richtig eingeschätzt worden“, sagte der Infektiologe Eric Caumes am Mittwoch im Nachrichtensender LCI.

Viele Eltern dagegen befürworten offenbar die Empfehlung eines US-Wissenschaftskomitees, Kinder dieses Alters mit Impfstoff von Biontech/Pfizer zu behandeln. Der Hersteller hat eine entsprechende Zulassung beantragt.

Gleiches Bild in Luxemburg

In Luxemburg sollen ebenfalls bald Kinder geimpft werden können. „Wir hoffen auf eine Genehmigung Mitte oder Ende November und auf die ersten Lieferungen des Kinderimpfstoffes im Dezember“, sagte Gesundheitsdirektor Jean-Claude Schmit dem „Luxemburger Wort“.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert rechnet mit weiter steigenden Fallzahlen. Die Zahl der positiven Tests sei im Großherzogtum in den vergangenen Wochen um rund 25 Prozent gestiegen, wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte. „Die Inzidenzrate ist in allen Altersgruppen gestiegen, mit Ausnahme der über 75-Jährigen (-10 Prozent)“, heißt es in dem Bericht. Besonders deutlich der Anstieg bei den 60- bis 74-Jährigen: plus 89 Prozent.

Gleichzeitig warb die Ministerin am Mittwoch erneut dafür, sich impfen zu lassen. „Die Impfung wirkt noch immer und ist der einzige Weg zurück zur Normalität“, so Lenert am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Der Anteil der vollständig Geimpften an der Gesamtbevölkerung liegt in Luxemburg derzeit bei 65,5 Prozent.

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