Eine Ärztin hält ein Abstrichstäbchen im Plasikröhrchen in den Händen, nachdem sie einen Abstrich entnommen hat. (Foto: dpa/Felix Kästle)

Grand Est bei der Corona-Ausbreitung wieder rot

Lisa Huth / Onlinefassung: Thomas Braun   24.07.2020 | 13:55 Uhr

Mit einem Ampelsystem zeigen die französischen Behörden die Gefährdung durch das Coronavirus an. Für eines der beobachteten Kriterien - den R-Wert - ist die Ampel für die saarländische Nachbarregion Grand Est wieder auf Rot gesprungen.

Grand Est: Corona-Reproduktionsfaktor wieder auf Rot
Audio [SR 3, Lisa Huth, 24.07.2020, Länge: 00:58 Min.]
Grand Est: Corona-Reproduktionsfaktor wieder auf Rot

Insgesamt gibt es vier Kriterien. Eines davon ist der R-Wert, der Reproduktionsfaktor. Er zeigt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Im Saarland liegt der R-Wert unter eins, in Grand Est jetzt bei 1,75.

Die anderen drei Kriterien, wie etwa Bettenbelegung, sind noch im grünen Bereich, so dass derzeit keine Maßnahmen ergriffen werden. Die Präfekturen in Grand Est haben aber dennoch zu Vorsicht aufgerufen haben. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich weiter an das Maskentragen und die Abstandsgebote halten. Das gelte besonders bei festlichen Anlässen, wenn die Menschen sich näher kämen.

Kritik am Umgang mit der Corona-Krise

Unterdessen rechnet der frühere Leiter der regionalen Gesundheitsbehörde ARS in Grand Est, Christophe Lannelongue, mit der Regierung ab. In Medienberichten heißt es, Paris habe alles zentralistisch gemanagt, sei überhaupt nicht auf regionale Belange eingegangen. Es habe überhaupt kein Vertrauen in das Können der Behörden auf dem Land gezeigt, sich bei Anforderungen etwa nach dringend benötigten Schutzmasken blind und taub gestellt und viel zu spät reagiert.

Generell seien die regionalen Gesundheitsbehörden nicht auf eine solche Pandemie vorbereitet gewesen. Paris habe größten Wert auf den terroristischen Aspekt gelegt und das Risiko einer Epidemie aus dem Blick verloren. Lannelongue der mitten in der Corona-Krise entlassen worden war, wurde heute von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss angehört.

Seine Nachfolgerin im Amt, Marie-Ange Desailly-Chanson, sagte dagegen, sie habe keine Probleme gehabt, von Paris gehört zu werden.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 24.07.2020.

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