Covid-19-Blutentnahmeröhrchen auf Biogefährdungsschild und Abstrich-Stäbchen (Foto: picture alliance/Chromeorange/Christian Ohde)

Corona-Lage in Grand Est und Luxemburg

Sven Behrmann   22.10.2020 | 09:29 Uhr

In der Großregion kämpfen auch Grand Est und Luxemburg gegen die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen. Ein Überblick über die aktuelle Lage.

Ganz Festland-Frankreich gilt seit dem 17. Oktober als Corona-Risikogebiet. Bis dahin war die Region Grand Est bestehend aus Elsass, Lothringen und Champagne-Ardennes ausgenommen. Die Testzentren in Lothringen sind derzeit überlaufen. Die Warteliste für einen Corona-Test in den Labors wird jeden Tag länger. Die beteiligten Ärzte sehen darin einen Indikator für eine zweite Welle, die bereits im Gange ist. Es gibt Überlegungen "Covid-19-Drive-Ins" wie im Saarland einzurichten, um Warteschlangen zu minimieren.

Ausgangssperre auch in Teilen von Grand Est

Die französische Regierung hat jetzt eine Ausweitung der nächtlichen Ausgangssperren beschlossen. Sie gilt ab Freitagnacht für sechs Wochen. Wer zwischen 21.00 und 6.00 Uhr das Haus verlässt, muss triftige Gründe haben. Dazu gehören die Arbeit, Arzt- oder Amtsbesuche.

Betroffen sind auch fünf der zehn Departements in der Region Grand Est: nämlich Meurthe-et-Moselle, Bas-Rhin, Marne, Haute-Marne und Ardennes. Für das saarländische Nachbar-Departement Moselle gilt die Ausgangssperre aber nicht.

In Luxemburg viele junge Erkrankte

Für Grenzgänger hat sich zunächst nicht viel geändert. An der französisch-saarländischen Grenze gibt es keine systematischen Grenzkontrollen. Wer nicht länger als 24 Stunden über die Grenze fährt, braucht nicht in Quarantäne. Arbeiten, Arzt-, Schul- und Familienbesuche, auch Einkaufen sind weiterhin möglich. Diese Quarantäne-Ausnahmeregelung des Saarlandes gilt schon seit Wochen auch für Luxemburg. 

Auch im Großherzogtum ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt dramatisch gestiegen. Dennoch verzichtet die luxemburgische Regierung vorerst auf strengere Maßnahmen. In den Kliniken gilt nach wie vor der Regelbetrieb, noch mussten keine Behandlungen heruntergefahren werden. Dass sich die Situation im Herbst nicht so zuspitzt wie Anfang des Jahres, liegt vor allem daran, dass die Infizierten deutlich jünger sind als zu Beginn der Pandemie. Das Durchschnittsalter der Patienten lag zuletzt bei knapp 37 Jahren. Auch in Luxemburg denken die Verantwortlichen über "Covid-19-Drive-Ins" nach, um die Testverfahren zu beschleunigen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.10.2020 berichtet.

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