Das Atomkraftwerk in Cattenom. (Foto: picture alliance / dpa | Christophe Karaba)

Notfall-Übung für Störfall im AKW Cattenom

  11.05.2022 | 15:57 Uhr

Die saarländischen Behörden haben am Mittwoch an einer Notfall-Übung des grenznahen Atomkraftwerks Cattenom teilgenommen. Dabei wurden die Abläufe bei einem möglichen Störfall geübt und überprüft.

Alle fünf Jahre führt das französische Atomkraftwerk Cattenom eine Notfallübung durch. Auch am Mittwoch war es wieder so weit.

Bei der Übung werden am grünen Tisch die Abläufe bei einem möglichen Störfall auf die Probe gestellt.

Video [aktueller bericht, 11.05.2022, Länge: 2:13 Min.]
Notfall-Übung im AKW Cattenom

Zusammenarbeit testen

Mit dem angenommenen Störfall sind zunächst die Kraftwerksmitarbeiter konfrontiert, die als erstes die französischen Behörden informieren. Diese sollen dann auch Grenzregionen wie das Saarland alarmieren.

Im Saarland beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums eine Gruppe von Ministeriumsmitarbeitern an der Übung, die den Krisenstab simulierte. Es ging vor allem darum zu klären, ob die Notfall-Zusammenarbeit der Krisenstäbe bei einem Störfall in Cattenom funktionieren würde.

Abläufe haben funktioniert

Innenminister Reinhold Jost (SPD) zog ein positives Fazit der Übung. "Die entsprechenden Abläufe innerhalb unserer Koordinierungsstelle, die Kommunikation mit unseren Nachbarn und mit dem Radiologischen Lagezentrum des Bundes haben funktioniert", sagte Jost.

Operative Einheiten, wie etwa Messtrupps der Feuerwehr, waren nicht in die Übung eingebunden.

Mögliche Risse in Block 3 werden derzeit untersucht

Derzeit werden in Block 3 des Atomkraftwerks Rohrleitungen auf mögliche Risse untersucht. Erst Mitte April hat das Bundesumweltministerium die entdeckten möglichen Risse in Block 3 in Cattenom als „ernsthaftes Problem“ bezeichnet und will die Lage aufmerksam beobachten.

Das Newsportal montelnews.com hatte über Risse in einer Rohranlage einer Sicherheitsanlage im Primärkreislauf unterhalb des Reaktorkessels berichtet und bezog sich dabei auf Gewerkschaftskreise im Atomkraftwerk. Daraufhin forderten die luxemburgische Regierung und der damalige saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) Aufklärung.

Das Atomkraftwerk selbst hatte mögliche Risse in Block 3 auf SR-Anfrage zunächst dementiert. Allerdings gebe es Hinweise auf Risse, die weitere Kontrollen notwendig machen. Der betroffene dritte Block soll daher wohl erst im August wieder in Betrieb genommen werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.05.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja