Xavier Bettel, Ministerpräsident von Luxemburg (Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Lage in Luxemburg "alarmierend, aber nicht schockierend"

mit Informationen von Linda Grotholt   15.07.2020 | 15:09 Uhr

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel hat die Corona-Lage in seinem Land als "alarmierend, aber nicht schockierend" bezeichnet. Es sei absehbar gewesen, dass das Risiko für Neuinfektionen nach der Aufhebung des Lockdowns steigen werde.

Der besondere Kontext in Luxemburg wegen der Grenzgänger und der hohen Anzahl an Tests spiele zwar eine Rolle, sagte Bettel bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Es führe aber kein Weg an der Feststellung vorbei, dass die aktuellen Zahlen hoch seien.

Primäres Ziel bleibe es jetzt, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Als ersten wichtigen Schritt bezeichnete Bettel das neue Covid-Gesetz, über das das Luxemburger Parlament am Donnerstag abstimmen will.

Maskenpflicht ein "Akt der Solidarität"

Auch die Abstandsregeln und die Maskenpflicht seien kein Luxus, sondern ein "Akt der Solidarität". Falls die Lage weiter eskaliere, plane die Regierung am Sonntag eine weitere Ratssitzung, um eventuell zusätzliche Maßnahmen zu beschließen. Laut Bettel will Luxemburg weiterhin an seiner großflächigen Teststrategie festhalten. Dies sei der Schlüssel, um Infektionsketten zeitnah zu identifizieren und zu unterbrechen.

Quarantäne-Vorgaben für Reisende aus Luxemburg

In Luxemburg war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt deutlich über den Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gestiegen. Deutschland hat das Großherzogtum - neben anderen europäischen Ländern - wieder zum Risikogebiet erklärt. Auch wenn die Grenzen weiter offen bleiben, gelten jetzt für Reisende aus Luxemburg Quarantäneregeln.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 15.07.2020.

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