Weitere Ausschreitungen in Nantes

Weitere Ausschreitungen in Nantes

dpa   07.07.2018 | 10:11 Uhr

Die nach dem tödlichen Polizeischuss auf einen jungen Autofahrer im westfranzösischen Nantes ausgebrochenen Unruhen halten weiter an. Auch in der Nacht zum Samstag brannten laut der Nachrichtenagentur AFP wieder Autos in verschiedenen Stadtvierteln. Die Polizei sei von aufgebrachten Randalierern mit Brandsätzen beworfen worden und habe im Gegenzug Tränengas eingesetzt.

Schon in den drei vorherigen Nächten war es zu gewaltsamen Ausschreitungen und Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften gekommen. Auch das Auto der Bürgermeisterin Johanna Rolland wurde laut AFP angezündet, zudem setzten die Täter mehrere Gebäude in Brand.

Polizist gesteht Lüge ein

Auslöser der Unruhen war der Tod eines 22-Jährigen, er war in einer Polizeikontrolle erschossen worden. Der für den tödlichen Schuss verantwortliche Polizist erklärte am Freitag über seinen Anwalt, er habe den Mann versehentlich erschossen. Seine zuvor präsentierte Version, aus Notwehr geschossen zu haben, sei eine Lüge gewesen.

Der Schuss traf den Autofahrer am Dienstagabend bei einer Kontrolle am Hals. Sein Tod löste Empörung aus, die rasch in Gewalt umschlug. Die Justiz leitete gegen den Polizisten ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge ein, wie der Sender BFMTV unter Berufung auf dessen Anwalt berichtete.

22-Jähriger bei Fluchtmanöver erschossen

Der 22-Jährige war per Haftbefehl gesucht worden und hatte gegenüber den Polizisten laut Staatsanwaltschaft eine falsche Identität angegeben. Dann soll er sein Fahrzeug plötzlich zurückgesetzt und dabei unbeteiligte Passanten in Gefahr gebracht haben, um sich der Kontrolle zu entziehen.

Nach Schilderung des Beamten fiel der Schuss, als er das Fluchtmanöver stoppen wollte und dafür ins Auto griff. Ursprünglich hatte er den Vorfall gegenüber den Ermittlern anders geschildert, wie sein Anwalt einräumte. Der Polizist habe sich in eine Erklärung geflüchtet, die aus seiner Sicht einen respektablen Rahmen für den Schuss bot.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 07.07.2018 berichtet.

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