Spritze (Foto: dpa)

Ärzte des Départements Moselle kritisieren Behörden

Gerd Heger   06.01.2021 | 13:20 Uhr

Die Ärztekammer des Départements Moselle hat die Organisation der Covid-19-Impfungen in Frankreich scharf kritisiert. In einem Brandbrief der Ärztekammer an die Direktorin der regionalen Gesundheitsbehörde ARS vom Wochenende, der dem SR vorliegt, kritisiert Generalsekretär Dr. Philippe Berger die Langsamkeit bei der Organisation der Impfmaßnahmen.

In dem Brandbrief der Ärztekammer des Départements Moselle werden die "unerklärlich erschwerten und unnötigen administrativen Prozeduren" gebrandmarkt, die von Ärzten und Krankenpersonal verlangt würden. Die Kammer schlägt vor, am nächsten Wochenende selbst die impfwilligen Ärztinnen und Ärzte zu impfen. Sie verlangt die Lieferung von Impfdosen und Spritzenmaterial zu diesem Zwecke bis Donnerstag.

Kompetenz bemängelt

Derweil kursiert unter der Ärzteschaft der Brief eines Arztes aus Boulay bei Metz, der der Verwaltung Inkompetenz vorwirft. Sie sei "Weltmeisterin des schlechten Managements der Covid 19-Krise". Eine einfache Impfung, die jeder Medizinstudent leisten könne, werde durch ein Protokoll von 45 Seiten und eine Gebrauchsanweisung von 61 Seiten erschwert. Man erlebe hier die Konsequenzen von 20 Jahren Sparpolitik, durch "übereifrige Beamte mit vollem Bewusstsein umgesetzt".

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