Marine Le Pen, die Vorsitzende des Front National  (Foto: dpa)

Le Pen und Macron starten Wahlkampf

  05.02.2017 | 17:15 Uhr

Die rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat in Lyon den Wahlkampf eingeläutet. Gleichzeitig kamen 16.000 Menschen zur Wahlkampfveranstaltung des unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron – ebenfalls in Lyon.

Die rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen ist mit einer großen Parteiversammlung in den Wahlkampf gestartet. Bei dem zweitägigen Treffen in der ostfranzösischen Stadt Lyon wurde am Samstag das Wahlprogramm vorgestellt, am Sonntag läutete die Vorsitzende des Front National (FN) dann mit einer Rede ihre Kampagne ein.

In Lyon war zuvor auch Le Pens Kontrahent, der unabhängige Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron, aufgetreten. Le Pens Wahlprogramm listet insgesamt 144 Versprechen mit dem Tenor "Frankreich zuerst" auf: Unter anderem will sie kurz nach ihrem Amtsantritt ein Referendum über einen Austritt Frankreichs aus der EU ("Frexit") abhalten, die Einwanderung drastisch beschränken sowie protektionistische Maßnahmen für die französische Wirtschaft ergreifen. Sie fordert einen grundsätzlichen Umbau der EU, für die Wirtschafts- und Währungspolitik sowie für Grenzkontrollen sollen wieder die einzelnen Mitgliedstaaten zuständig sein.

Macron als Hoffnungsträger

Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass Le Pen die Stichwahl am 7. Mai gewinnen kann: Umfragen zufolge würde sie dort sowohl dem unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron als auch dem Konservativen François Fillon klar unterliegen. Allerdings ist Fillon durch eine Scheinbeschäftigungs-Affäre unter massiven Druck geraten und befindet sich in Umfragen in freiem Fall. An seiner Stelle ist der Pro-Europäer Macron, der unter dem sozialistischen Staatschef François Hollande zwei Jahre lang Wirtschaftsminister war, für viele Franzosen zum neuen Hoffnungsträger geworden.

Rund 8000 Menschen besuchten am Samstag Macrons Wahlkampfveranstaltung in Lyon, Tausende weitere verfolgten sie wegen Platzmangels draußen auf Großleinwänden. Der 39-jährige sozialliberale Reformer präsentierte sich als frische Alternative zu den Vertretern der großen Parteien.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Morgen Musik" auf SR2 am 06.02.2017 berichtet.

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