Ein Richterhammer und ein Strafgesetzbuch (Foto: dpa/picture alliance)

Mehrjährige Freiheitsstrafen für Erpresser-Quartett

Gabor Filipp   03.06.2020 | 18:01 Uhr

Vor dem Landgericht Saarbrücken ist am Mittwoch das Urteil im Falle einer schweren räuberischen Erpressung ergangen. Alle vier Angeklagten erhielten mehrjährige Freiheitsstrafen.

Das Quartett war beschuldigt, einen Mann in eine Garage gelockt und dort misshandelt und gequält zu haben, weil er einen Kredit zu Wucherkonditionen nicht mehr zurückzahlen konnte. Ziel der Tat war es, noch mehr Geld von ihm zu erpressen.

Im Rahmen einer Teilverständigung hatten letztlich alle vier Beschuldigten ein Geständnis im Sinne der Anklage abgelegt. Das wirkte sich ebenso strafmindernd aus wie der Hang von drei Tätern zu Drogen und Alkohol.

Der 37-jährige Bandenchef wurde zu sechs Jahren verurteilt, sein jüngerer Bruder sowie ein 37-jähriger Komplize jeweils zu fünf Jahren. Diese Strafen beinhalten auch die Unterbringung in einer Entzugsklinik. Der vierte Angeklagte kam mit einer anderthalbjährigen Bewährungsstrafe davon, weil er vorher selbst Opfer der Bande war und zur Mittäterschaft genötigt wurde.

Brutale Erpressungsmethoden

Die Masche der Bande: Geld zu weit überhöhten Zinsen verleihen, bei einer ausbleibenden Rate Druck machen und ein Mehrfaches der ursprünglichen Summe einfordern. Im konkreten Fall wurde der säumige Zahler Anfang 2018 in eine Garage gelockt, dort gefesselt und geknebelt und anschließend mit verschiededen Gegenständen geschlagen. Außerdem wurde er mit einem Springmesser am Hals bedroht und auch damit, dass man ihn mit Benzin übergießen und anzünden würde.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 03.06.2020 berichtet.

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