Andreas Neumann (Die Linke) (Foto: Imago images/Becker&Bredel)

Neumann Ende Oktober vor Gericht

Thomas Gerber   11.10.2019 | 11:05 Uhr

Der Saarlouiser Kreisvorsitzende und ehemalige stellvertretende Landesvorsitzende der Linken, Andreas Neumann, muss sich voraussichtlich ab dem 31. Oktober wegen Titelmissbrauchs vor dem Amtsgericht Saarlouis verantworten. Ihm wird vorgeworfen, zu Unrecht einen Doktortitel genutzt zu haben.

Das Gericht legte jetzt den Termin im Verfahren gegen Neumann fest und benannte insgesamt fünf Zeugen. Zu dem mutmaßlich falschen Doktortitel sollen Vertreter der Universität des Saarlandes, des Wissenschaftsministeriums, der Bonner Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen und der Gemeinde Wadgassen gehört werden. Dort soll Neumann eine Passverlängerung mit Eintragung seines mutmaßlichen Doktortitels beantragt haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Neumann einen Strafbefehl wegen Titelmissbrauchs mit einer Geldstrafe von 4500 Euro beantragt. Die Strafe sollte zur Bewährung ausgesetzt werden. Neumann hätte so lediglich 1800 Euro Bewährungsauflage zahlen müssen.

Einspruch von Neumann

Gegen diesen Strafbefehl hatte der 45-Jährige Einspruch eingelegt, so dass es nun voraussichtlich zu der öffentlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht kommt. Neumann kann den Einspruch allerdings noch bis kurz vor Prozessbeginn zurückziehen. Zu den Vorwürfen selbst hat er sich im Strafverfahren bisher nicht geäußert.

Das Verfahren war nach einer SR-Anfrage beim Wissenschaftsministerium ins Rollen gekommen. Zuvor hatte es Hinweise gegeben, dass Neumann möglicherweise zu Unrecht den Titel eines „Doctor of Philosophy“ führt. Die Überprüfung des Ministeriums hatte ergeben, dass Neumann „unechte“ Promotionsurkunden vorgelegt hatte. Das Ministerium erstattete daraufhin Strafanzeige.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 11.10.2019 berichtet.

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