Unterricht in Coronazeiten in der Grundschule Wallerfangen (Foto: SR/Simin Sadeghi)

Wie geht es mit den Schulen weiter?

Mit Informationen von Diana Kühner-Mert   11.06.2020 | 13:13 Uhr

Die Kultusminister der Länder streben deutschlandweit einen normalen Unterricht an den Schulen nach den Sommerferien an. Doch wie genau das aussehen wird, ist völlig unklar. Im saarländischen Bildungsministerium gibt es Konzepte. Die sollen aber erst kommende Woche verkündet werden.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig, hat bekräftigt, dass die Schulen nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zurückkehren sollen. Darin seien sich die Kultusminister einig, sagte Hubig am Mittwoch.

Ungewisse Zukunft der Schulen nach den Sommerferien
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 10.06.2020, Länge: 02:37 Min.]
Ungewisse Zukunft der Schulen nach den Sommerferien

Hessen geht voran

Doch die Situation ist in den Bundesländern zum Teil sehr unterschiedlich. In Hessen bereitet man sich bereits auf den Regelbetrieb vor. Schon am 22. Juni sollen in den Grundschulen die Schüler wieder die Klassen gemeinsam besuchen. Das Abstandsgebot soll dann nicht mehr gelten. Auch in NRW kehren die Grundschüler noch vor den Sommerferien in die regulären Unterricht zurück.

Auch im saarländischen Bildungsministerium gibt es offenbar Konzepte. Die sollen aber erst kommende Woche in einer Pressekonferenz verkündet werden. Dabei würde jeder zusätzliche Tag bei der Planung helfen, findet Katja Oltmanns von der Landeselternvertretung der saarländischen Gymnasien: "Wir möchten natürlich ganz konkret wissen, wie das jetzt nach den Sommerferien geplant ist. Gibt es eine Komplettöffnung der Schulen? Wird es einen Hybridunterricht geben? Wenn ja, wie sieht der aus? Wir brauchen da ganz dringend jetzt eine Perspektive."

Normalbetrieb mit Maskenpflicht?

Eine Lösung könnte der Normalbetrieb mit Maskenpflicht sein - und im Infektionsfall Beschulung einzelner Klassen zu Hause. Doch das Abstandsgebot in Schulen dürfe nur fallen, wenn es überall fällt, sagen Lehrervertreter. Außerdem bräuchten die Schulen im Saarland mindestens 200 zusätzliche Lehrerstellen.

Coronavirus sorgt für erhöhtes Stresslevel bei Eltern
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 10.06.2020, Länge: 02:10 Min.]
Coronavirus sorgt für erhöhtes Stresslevel bei Eltern
Seit einigen Wochen müssen Eltern im Saarland vieles managen. Die eigene Arbeit, die schulische Betreuung der Kinder und der Haushalt sorgen für Stress. Der aktuelle bericht hat sich bei Eltern von Grundschulkindern erkundigt, wie sie mit der Situation zurechtkommen.

Mehr Lehrer sind notwendig

Lisa Brausch vom Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband geht allerdings von einem Wegfall von Lehrerinnen aus: "Wir haben ja jetzt viele, die kommen, obwohl sie vulnerabel sind. Insofern glaube ich, dass wir mehr Ausfall haben werden. Es ist aber auch die Frage, ob es wirklich so machbar ist. Ob wir mit dieser Klassengröße, die wir zum Teil haben mit diesen riesigen Klassen, so weiterarbeiten können. Auch dafür brauchen wir mehr Lehrkräfte."

Nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek könnte der Einsatz von Lehramtsstudenten an Schulen während der Corona-Pandemie für Entlastung sorgen. Die CDU-Politikerin sagte im ARD-"Morgenmagazin" am Donnerstag, mit einigen Bundesländern gebe es bereits Gespräche über Einsatzmöglichkeiten und Konzepte. Auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock hatte vorgeschlagen, Lehramtsstudenten für den Unterricht heranzuziehen, um damit den erhöhten Personalbedarf an den Schulen zu decken.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 10.06.2020 berichtet.

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