Ein hochgestellter Stuhl in einem Klassenzimmer (Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Viele Schüler im Saarland verlassen Schule ohne Abschluss

mit Informationen von Eva Lippold und Marc Langels   06.03.2023 | 07:08 Uhr

Im Saarland verlassen weiterhin viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Während die Zahl der Schulabbrecher in anderen Bundesländern in den vergangenen zehn Jahren rückläufig ist, stieg sie im Saarland in dem Zeitraum.

In Deutschland bleibt der Anteil der Jugendlichen ohne Schulabschluss auf einem hohem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung für das Jahr 2021. Die niedrigste Quote verzeichnete dabei Bayern mit 5,1 Prozent der Jugendlichen, die höchste gab es in Bremen mit zehn Prozent.

Im Saarland liegt die Zahl der Schulabbrecher mit 6,6 Prozent auf einem hohen Niveau. 549 Schülerinnen und Schüler verließen die Schule, ohne dass sie zumindest einen Hauptschulabschluss gehabt hätten. Bundesweit liegt die Abbrecherquote bei 6,2 Prozent.

Video [aktueller bericht, 06.03.2023, Länge: 3:44 Min.]
Viele Jugendliche ohne Schulabschluss im Saarland

Hohe Abbrecherquote bei Mädchen

Dabei fällt auf, dass im Saarland besonders viele Mädchen die Schule ohne Abschluss verließen. Mit einer Quote von 44,5 Prozent lag das Saarland hier auf dem unrühmlichen ersten Platz. Im Bundesdurchschnitt waren es mit 38 Prozent deutlich weniger.

Überdurchschnittlich war auch die Quote der Abbrecher mit ausländischen Wurzeln, die bei 18,2 Prozent lag, während es bundesweit nur gut 13 Prozent waren.

"Wir müssen uns das pro Schulform anschauen"
Audio [SR 3, Moderation: Dorothee Scharner/ im Gespräch: Max Hewer, 06.03.2023, Länge: 04:41 Min.]
"Wir müssen uns das pro Schulform anschauen"

Schlusslicht Neunkirchen

Regionales Schlusslicht im Saarland ist der Landkreis Neunkirchen – hier verließen im Jahr 2021 insgesamt 9,6 Prozent der Schüler und Schülerinnen die Schule ohne Schulabschluss. Die wenigsten Schulabgänger ohne Abschluss gab es in Merzig-Wadern mit 4,3 Prozent. In Saarbrücken lag die Quote bei 8,3 Prozent – während sie im bundesweiten Schnitt seit einem Jahrzehnt bei etwa sechs Prozent stagniert.

Etwa die Hälfte der Schulabgänger ohne Abschluss kommen von Förderschulen, ein Fünftel von Gesamtschulen und 13,4 Prozent von Hauptschulen. An Gymnasien verlassen nur zwei Prozent die Schule ohne Abschluss.

Bildungsforscher empfehlen Förderung

Es zeige sich, dass Jugendliche ohne Abschluss auch in der Arbeitswelt abgehängt sind, so die Bildungsforscher der Stiftung: Zwei Drittel der Schüler bleiben ohne Berufsausbildung. Immerhin ist die Quote der unter 30-Jährigen ohne Berufsausbildung im Saarland mit 19 Prozent leicht rückläufig - 2011 lag sie noch bei über 22 Prozent.

Die Bildungsforscher empfehlen dringend mehr Förderung leistungsschwacher Schüler. Außerdem sollten die Schulen die Daten von Schulabbrechern direkt an die Arbeitsagentur übermitteln - damit diese leichter für eine Berufsberatung mit ihnen in Kontakt treten können.


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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.03.2023 berichtet.


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