Ein Lehrer steht an einem Whiteboard und erklärt seiner Klasse etwas (Foto: picture alliance/Johannes Wagemann/dpa)

Schrittweise Öffnung der Schulen geplant

  16.04.2020 | 07:05 Uhr

Die saarländischen Lehrerverbände begrüßen die schrittweise Wiederöffnung der Schulen nach dem 4. Mai. Geplant ist, dass zuerst die Abschlussklassen, also die Klassen 9 und 10, und die Abiturklassen den Unterricht unter strengen Auflagen wieder aufnehmen.

"Wie's mit dem Abi im Saarland aussieht, wissen wir nicht"
Audio [SR 3, Interview Michael Friemel / Abiturient Alexander Schmitt, 16.04.2020, Länge: 04:14 Min.]
"Wie's mit dem Abi im Saarland aussieht, wissen wir nicht"

Die Schulen im Saarland sollen am 4. Mai wieder öffnen.  Allerdings nur schrittweise: Fest steht, dass zuerst die Abschlussklassen, also die Klassen 9 und 10, und die Abiturklassen den Unterricht unter strengen Auflagen wieder aufnehmen können. Nach SR-Informationen wird derzeit auch darüber nachgedacht, die vierten Klassen – also die Abschlussklassen der Grundschulen - ebenfalls zu beschulen. Insgesamt würde damit rund ein Sechstel, also rund 18.000 Schüler wieder zur Schule gehen können. In einem späteren Schritt könnte dann bis zu einem Drittel der Schüler unter Einbehaltung des Infektionsschutzes wieder zur Schule gehen.

Bis zum 29. April 2020 sollen von der Kultusministerkonferenz nun Szenarien erarbeitet werden, wie die Öffnung der Schulen nach dem 4. Mai schrittweise umgesetzt werden kann. Der SLLV fordert, dass bis zu den Öffnungen der Schulen der aktuelle Zustand kontinuierlich verbessert werden muss und jetzt schon offensichtliche Missstände behoben werden. Die Notbetreuung müsse weitergehen und auch für Kinder in Notlagen geöffnet werden.

Lehrer froh über Einigung

"Wir begrüßen, dass die Mahnungen der Lehrerverbände ernst genommen wurden und Einigkeit darüber erzielt wurde, dass die Bedingungen im Moment nicht gegeben sind, um die Schulen zu öffnen“, kommentiert Lisa Brausch, Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV) die erzielte Einigung zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten. 

Auch der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschafts- und Förderschulen Saar (VRB) hält die angekündigten Maßnahmen für plausibel. Dass die Teilöffnung der Schulen erst ab dem 4. Mai geplant ist, gebe den Schulen Raum, aufwändige Vorbereitungs- und Planungsarbeiten zu treffen. Etwa wie der Unterricht, die Pausen, aber auch der Schulweg organisiert werden könne, heißt es.

Hans: Risiko für kleine Kinder zu hoch

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) betonte am Mittwoch im Interview im aktuellen bericht, dass kleine Kinder vorerst nicht zurück in die Schule dürften: "Das Risiko für kleine Kinder und ihre Familien ist einfach zu groß - wir können das jetzt noch nicht entscheiden, weil wir noch zu wenig darüber wissen, wie sich das Virus ausbreitet. Die kleineren Kinder müssen wir außen vor lassen, weil wir bei ihnen nicht sicherstellen können, dass sie sich an Abstands- und Hygienemaßnahmen halten." Auf die Familien komme nun eine weitere schwierige Zeit zu. Die Normalität des Schuljahres werde wohl bis zum Sommer nicht zurückkehren.

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