Ein Goldener Schneckenfalter sitzt auf einer Blüte. In Deutschland ist er stark gefährdet. (Foto: dpa/Julio Reis)

Schmetterlinge fühlen sich im Saarland wohl

  30.05.2020 | 09:16 Uhr

Die Beobachtungsdichte an Tagfaltern und Widderchen ist in keiner Region Deutschlands höher als im Saarland. Auch die erfassten Artenzahlen sind meist deutlich höher als anderswo, teilte das Umweltministerium mit.

Schmetterlingsvielfalt im Saarland
Audio [SR.de, (c) SR, 30.05.2020, Länge: 01:00 Min.]
Schmetterlingsvielfalt im Saarland

Forscher aus dem Saarland haben maßgeblich an einem Atlas über Deutschlands Schmetterlingswelt mitgearbeitet. Der "Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands" gibt erstmals einen detaillierten Überblick, welche der über 180 Schmetterlingsarten wo heimisch sind. Außerdem macht er Aussagen zu Rückgang oder Gefährdung bestimmter Arten.

Rund zehn Jahre hat es gedauert, bis die Daten aus allen Regionen Deutschlands gesammelt und aufbereitet waren. Umweltminister Reinhold Jost (SPD) betonte die Wichtigkeit dieses Datenschatzes: "Es macht mich stolz, dass die Arbeit unserer Fachleute bundesweit geschätzt und unverzichtbar ist. Mich freut es natürlich auch, dass wir im Saarland im Vergleich zu anderen Regionen und Bundesländern gut abschneiden. Unser wichtigstes naturschutzpolitisches Ziel muss jetzt sein, diesen Stand nicht nur zu halten, sondern kontinuierlich zu verbessern", so der saarländische Umweltminister.

Schmetterlinge mögen das Saarland-Wetter

Steffen Caspari ist einer der Herausgeber des Verbreitungsatlas: "Viele Tagfalter-Arten kommen im Saarland in größeren und weniger gefährdeten Beständen vor als im übrigen Deutschland. Die wichtigste Art ist zweifelsfrei der Goldene Scheckenfalter, von dem es noch etwa 70 Einzelvorkommen gibt. Sie liegen alle im Bliesgau und Westrich", so der Forscher.

Ein Grund für die Schmetterlingsvielfalt ist die Klimagunst des Saarlandes – im warmen Südwesten fühlen sich mehr Schmetterlingsarten wohl als im kalten Norden. Wesentlich ist auch die Landschaftsstruktur des Saarlandes, seine Wiesen und die in großen Teilen des Landes noch sehr gute Vernetzung.

Einige Arten vom Aussterben bedroht

Allerdings sind einige Schmetterlingsarten auch vom Aussterben bedroht, so Minister Jost: "Die Folgen des Klimawandels bekommen wir natürlich auch zu spüren. Leider gehen die Arten, die verlässlich kalte Winter benötigen, deutlich zurück.“ So sind etwa der Dukaten-Feuerfalter oder der Große Eisvogel als Klimawandel-Verlierer vom Aussterben bedroht. Verschiedene Initiativen des saarländischen Umweltministeriums, wie beispielsweise die saarländische Biodiversitätsstrategie, sollen dieser Entwicklung entgegenwirken.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 30.05.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja